Reiseplanung

Weltreise-Planung – Tipps vom Reiseexperten

Von Carina Müßen , 11. Januar 2016

Unsere Reiseexpertin Steffi hat sich ihren Traum erfüllt und eine Weltreise gemacht. In 40 Tagen um die Welt wurde zu ihrem Motto und sie hat vergangene Woche auf unserem Blog bereits fleißig von ihren Erlebnissen am anderen Ende der Welt und auf Tahiti, den USA und Kanada berichtet. Mich hat interessiert, wie eine Reiseexpertin aus einem unserer STA Travel Shops die Weltreise-Planung angegangen ist und welche Tipps sie auf Lager hat!

Planung der Weltreise

Steffi, du hast dich entschieden einen Traum wahr werden zu lassen und bist 40 Tage lang um Welt gereist. Erzähle uns doch ein wenig mehr, wie es dazu kam? Wie bist du bei der Planung vorgegangen?

Wenn man jeden Tag Träume verwirklicht, muss auch mal der eigene Traum dran sein. Im April 2014 habe ich begonnen meinen Trip zu organisieren und legte meinem Chef bereits ein komplett ausgearbeitetes Around the World Routing vor, ich brauchte ja ein Druckmittel 😉 Die Destinationen waren genau diejenigen, um die es sich hier täglich im Verkauf dreht und ich wollte eine große Produktpalette von STA Travel abdecken. Der ursprüngliche Plan waren sogar 80 Tage in Anlehnung an das Buch und den Film „In 80 Tagen um die Welt“. Da ich damals aber als Büroleitung im Wiesbadener STA Travel Shop nicht zu lange ausfallen durfte, einigten wir uns nach langer Überredungskunst auf 40 Tage. Als das „Go“ von meinem Chef im August kam, legte ich sofort los mit der Buchung. Alles musste bis ins kleinste Detail geplant werden, denn in 40 Tagen um die Welt, das ist eine Herausforderung. Schließlich wollte ich in kürzester Zeit das meiste von den jeweiligen Ländern sehen und da bleibt nicht wirklich Zeit für Flexibilität. Eine Excel-Tabelle half mir dabei die Übersicht zu behalten und nachdem ich unsere Kataloge durchgewälzt und mit Post It’s und Markierungen versehen hatte, stand der konkrete Plan: 3 Kontinente, 6 Länder, 9 Flüge und das in 40 Tagen… Los geht’s!

Auswahl der Ziele

Die Welt ist riesig und an Ländern, die man gern bereisen möchte, mangelt es garantiert nicht. Wie hast du die Ziele ausgewählt, vor allem vor dem Hintergrund, dass du nur eine sehr kurze Zeit unterwegs sein würdest?

Die Auswahl der Länder fiel mir nicht schwer. Da ich täglich damit arbeite, wusste ich genau was mich anspricht und wo ich unbedingt hin wollte. Genau das war nämlich mein Lebenstraum, alle meine Wunschziele in eine Reise zu packen. Ich habe mich an westlich orientierte Länder gehalten und daher Asien, Afrika und auch Süd- und Mittelamerika komplett rausgelassen. Da ich weiß, dass die Preise der Flugverbindungen auch stark variieren können wenn man z.B. Afrika oder Süd- und Mittelamerika mit in das Routing einbezieht, kam das auch gar nicht in Frage. So blieb ich mit dem Flugpreis für alle Strecken zusammen sogar bei unter €2.000.

In Australien war ich vor zwei  Jahren schon einmal, darum habe ich hier eine recht kurze Aufenthaltsdauer gewählt. Wollte es aber nicht komplett rauslassen weil mir das Land so unglaublich gut gefällt. Neuseeland war schon immer mein Traum. Eine Gletscher-Tour sollte das Highlight meines Aufenthalts dort werden. In Neuseeland verbrachte ich die meiste Zeit: ganze 12 Tage.

In der Südsee habe ich mich für Tahiti entschieden, mal was anderes als die Fiji Inseln – im Nachhinein hätte ich eher den „Klassiker“ gewählt, da ich kein Französisch spreche und das sollte mir ein wenig zum Verhängnis werden.

Weiter ging es an die Westküste der USA – die ganzen Nationalparks, auch ein langersehntes Highlight auf der „To Do Liste meines Lebens“ 😉 In Kanada dann habe ich unverhofft den eigentlichen Höhepunkt meiner Reise erlebt. Dieses Land hat eine wahnsinnig hohe Lebensqualität und ist einfach nur unfassbar schön. Ich habe dort sehr viel gesehen und erlebt.

Island war dann der letzte Stopp bevor es wieder nach Hause ging, im Nachhinein hätte ich es fast weglassen sollen da ich schwer gejetlagged war und dadurch die Zeit vor Ort nicht ausreichend genießen konnte. Daher definitiv ein Ort an den ich zurück kommen werde. Denn auch hier: atemberaubende Landschaften… Meine Zielauswahl war geprägt von großartigen Naturerlebnissen!

Art des Reisens

Bist du vor Ort mit geführten Touren oder Erlebnisreisen unterwegs gewesen oder hast du alles auf eigene Faust gemacht? Und weshalb hast du dich für deine Lösung entschieden?

Ganz ehrlich: wenn einem nur 40 Tage zur Verfügung stehen, dann hat man keine Zeit Dinge zu suchen, die Flexibilität auszureizen oder sich einfach treiben zu lassen. Ich habe mich ganz bewusst in jedem Land für eine Erlebnisreise oder ein Stopover Packet entschieden, da ich in kürzester Zeit das meiste vom Land sehen wollte und das abseits der Touristenpfade. Das geht tatsächlich am besten in einer Gruppe Gleichgesinnter, mit einem erfahrenen Guide und einem Fahrer der einen von A nach B kutschiert und man selbst kann staunen und Fotos machen. So war ich beispielsweise in Australien von Sydney nach Melbourne mit einer Zwei-Tagestour über Canberra und einem Farmstay unterwegs, in Neuseeland mit einem Buspass (inkl. Unterkunft und Aktivitäten), in Französisch Polynesien hatte ich ein Stopover Packet gebucht inkl. Tagesausflug in das Inselinnere. In den USA war ich auf Camping-Erlebnisreise, in Kanada per Buspass (inkl. Unterkunft) unterwegs und in Island wieder mit einem Stopover Paket inkl. Tagesausflug zur Blue Lagoon.

So habe ich in jedem Land das Wichtigste gesehen und im Nachhinein nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Aus den 40 Tagen konnte ich wirklich das Maximum rausholen und habe dabei noch Freunde fürs Leben kennengelernt. Eine wirklich ganz großartige Art des Reisens.

Rückblick auf die Organisation

Neben den vielen einzigartigen Erfahrungen und Erlebnissen, die man auf so einer großen Reise macht, siehst du als Reiseexpertin bestimmt auch organisatorische und praktische Dinge ein wenig anders als „normale“ Reisende. Was würdest du im Nachhinein anders organisieren bzw. machen?

Gar nichts, meine Reise war perfekt. Genauso wie ich sie mir in monatelanger Arbeit ausgetüftelt und zusammengebastelt hatte. Ich würde an dieser Stelle jedem empfehlen der nur so wenig Zeit hat, all die Transfers, Hostel Übernachtungen und Ausflüge vorweg zu buchen – das hat mir wirklich eine Menge Zeit, Arbeit und Stress vor Ort erspart. Ich hatte einen riesigen Stapel an Reiseunterlagen und die Voucher hab ich einfach nur Step by Step „abgearbeitet“. Ich wusste genau was auf mich zukommt und konnte mich so jeden Tag auf etwas Neues freuen. Mir wurde ja beinahe langweilig als ich zwei volle Tage in Queenstown (Neuseeland) verbrachte und vom Buspass-Veranstalter mal ein Tag Pause vorgesehen war, bzw. mein separat gebuchter Ausflug wegen schlechtem Wetter abgesagt wurde. Da musste sofort eine Alternative her 😉 Es war zwar im Gesamtpaket etwas anstrengend aber eine unvergessliche Reise mit wahnsinnig tollen Erlebnissen, die ich genau so jederzeit wieder machen würde!

Steffis Tipps für die Planung

Kommen wir nochmal auf deine Expertensicht zurück. Welche wichtigen Tipps möchtest du anderen Reisenden für ihre Weltreise mitgeben?

So eine Weltreise benötigt eine sehr lange Vorausplanung und vorheriges Interesse für die jeweiligen Länder. Man muss sich tatsächlich mit all den geplanten Zielen vorab auseinandersetzen und sich eine „To Do“ Liste schreiben was man alles sehen möchte, damit nichts in Vergessenheit gerät. Das ist mir z.B. auch in den zwei Tagen Island bewusst geworden. Ich hätte sehr viel mehr rausholen können und war aber wegen des Jetlag zu schwach und lustlos mich vor Ort darum zu kümmern. Hätte ich hier etwas vorausgeplant, wäre ich einfach losgezogen und hätte den Jetlag so vermutlich gar nicht so sehr gespürt weil schon wieder die nächste Aktion angestanden hätte. Schreibt euch eine Excel Liste, so dumm es klingt, aber das hilft ungemein und so geht kein Tag, kein Transfer, keine Übernachtung in Vergessenheit – man behält den Gesamtüberblick.

Zum Gepäck: Informiert euch auch hier lange im Voraus, klappert diverse Outdoor-Läden ab und nutzt wichtige Utensilien wie ein Schlafsack Inlet, eine Wäscheleine, einen guten Adapter (all in one), eine Powerbank, gute Musik für die langen Fahrten, Seifenplättchen, Vakuumverschlussbeutel für die Klamotten, gute Wanderschuhe und eine verdammt gute Regenjacke am besten inklusive eines Innenfleece. Damit seid ihr perfekt gerüstet!

40 Tage – zu kurz für eine Weltreise?

Du hattest für deine Weltreise vergleichsweise wenig Zeit. Würdest du es trotzdem nochmal so machen oder hast du es bereut, dass du dir an manchen Orten nicht genug Zeit zur Verfügung hattest?

Ich würde es wieder tun. Leider bin ich nicht der Typ Mensch der lange alleine reisen kann. Ich teile Erfahrungen gerne mit meinen Liebsten und genau die hatte ich nicht dabei. Deshalb, ja – ich würde es wieder tun aber tatsächlich auch wieder genauso lang bzw. kurz. In den 40 Tagen habe ich so viel erlebt und gesehen dass ich gar keine Zeit hatte jemanden zu vermissen, das kam dann erst mit dem Jetlag in Island. Klar, viele sind ein halbes Jahr oder sogar ein Jahr und noch länger unterwegs und in dieser Zeit hat man die Möglichkeit die Länder noch besser kennen zu lernen und das Leben der Menschen vor Ort zu beobachten und zu adaptieren, aber mir reichte der Gesamteindruck den ich erhalten habe. Auch ist die Planung gar nicht mal so verkehrt, wenn man tatsächlich nur die normalen Urlaubstage zur Verfügung hat. Bei mir ist im Mai durch die ganzen Feiertage nicht einmal mein kompletter Jahresurlaub draufgegangen und ich hatte ein Erlebnis das ich niemals wieder vergessen werde. Das ist sehr viel wert ohne aus dem Alltag gerissen zu werden und einen sicheren Job zu behalten. Ich hatte einen Traum und den konnte ich mir mit Hilfe meines Arbeitgebers erfüllen, dafür bin ich sehr dankbar!

Kostenpunkt der Reise

Wieviel Geld hat dich deine Weltreise gekostet?

Man muss fairer Weise natürlich vorab sagen, dass Reisebüro-Mitarbeiter etwas günstiger Reisen, so habe ich z.B. meine Rundreise in Neuseeland und Canada komplett finanziert bekommen und dafür Fotos und einen Blogbericht zur Verfügung gestellt. Die Veranstalter profitieren von meinen positiven Erfahrungen vor Ort und ich werde in Zukunft diese Ziele mit meinem Insiderwissen dem Kunden besser vermitteln können. Aber natürlich habe ich auch vieles selbst bezahlt und so komme ich  gesamt auf ca. € 8.000 mit allem was dazu gehört. Das Grundgerüst aus Flug, Touren, Transfers,  Unterkünften und Ausflügen lag bei ca. € 5.000. Dazu kamen Verpflegung, Souvenirs und diverse Ausflüge und Aktivitäten vor Ort (Bungee Jump, Skifahren…) mit nochmal ca. € 3.000. Alles zusammen gerechnet komme ich so auf die Gesamtsumme von ca. € 8.000 und diese Investition war fürs Leben, denn man lernt sehr viel über sich selbst, macht Dinge die man sonst nie machen würde und entwickelt seine Persönlichkeit weiter. Diese einmalige Reise werde ich niemals vergessen und ich kann so etwas definitiv jedem nur wärmstens ans Herz legen!

Ihr habt weitere Fragen an Steffi? Postet sie direkt hier in den Kommentaren, oder schickt uns eine E-Mail. Wir versuchen zeitnah zu antworten. Falls ihr zwischendurch euer Fernweh schüren wollt, schaut einfach bei unseren beliebten Around the World Routings vorbei, da geht eurem travel bug garantiert das kleine Herz auf! 🙂

6 Antworten zu “Weltreise-Planung – Tipps vom Reiseexperten”

  1. Lisa sagt:

    Hi ihr,
    Ich dachte Steffi wäre im Shop in Wiesbaden und seit einer ganzen Weile nicht mehr in Heidelberg 😛

  2. Hi Lisa, du hast natürlich Recht. Steffi arbeitet bereits seit einer Weile im Wiesbadener STA Travel Shop. Ihre Weltreise hat sie angegangen, als sie bereits in Wiesbaden war. Wir haben das im Beitrag entsprechend korrigiert. Viele Grüße, Carina

  3. Jakob sagt:

    Hallo Steffi, Gratulation zu diesen tollen Bericht. ich bin ab kommende Woche Mittwoch fast 1:1 auf der gleichen Strecke wie du unterwegs. (gebucht über deinen Kollegen Nik aus Frankfurt ;)) wie groß war dein rucksack und was hast du alles (nicht) mitgenommen? vielen dank und schönen Gruss Jakob

  4. Hallo Jakob, danke für deinen Kommentar. Steffi freut sich bestimmt das zu hören, sie ist derzeit nur leider krank und wird sich mit weiteren Infos melden sobald sie wieder im Büro ist. Viele Grüße, Carina

  5. Steffi Veith sagt:

    Hallo Jakob, mein Rucksack hat eine Größe von 50+10 l und ist ein Damenrucksack von McKinley. Ich hatte alles dabei was ich mitnehmen wollte, habe mich aber bei den Klamotten extrem zurückgehalten. Meine wichtigsten Utensilien waren drei Dinge: Taschenlampe, Wäscheleine & Microfaserhandtuch 🙂
    Viele Grüße, Steffi

  6. Brettspieler21 sagt:

    Super Sache, vielen Dank! Ich weiss zwar noch nicht, wann genau in den nächsten Jahren eine Weltreise ansteht, aber wie sich zeigt ist eine langfristige Vorbereitung ja genau das richtige! 🙂 Nochmals danke!

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