Asien

Vietnam – Highlights von Nord nach Süd

Von Carina Müßen , 09. März 2018

Mein erste Reise nach Asien führte mich direkt nach Indien. Ein krasser Einstieg, wenn man dem asiatischen Kontinent noch nie zuvor einen Besuch abgestattet hat. Beim zweiten Mal lockte mich dann Vietnam: das Essen, die Menschen und natürlich Kultur und Landschaft. Also startete ich eines schönen Tages Mitte November in Hanoi. Nach einem 2-Tages Trip in die Halong Bucht, ging es jeweils per Nachtzug weiter: über Da Nang und Hoi An nach Nha Trang bis schließlich nach Ho Chi Minh City und einem Ausflug ins Mekong Delta. Ihr könnt euch vorstellen, dass in 2,5 Wochen ein Highlight auf das nächste folgte.

Meine 7 Highlights in Vietnam

Wo fängt man an? Wo hört man auf? Vor allen Dingen, wenn man dieses abwechslungsreiche Land von Norden nach Süden und zum ersten Mal bereist hat. Ich versuche mich für euch mal an einer Zusammenfassung der schönsten Orte, Erlebnisse und Momente der Reise:

Die Straßen Hanois zu Fuß entdecken

Hanoi hat mich begeistert. Noch viel mehr als Ho Chi Minh City. In Hanoi habe ich mich treiben lassen und viel zu Fuß entdeckt, was hier auch sehr gut möglich ist.

Abends an Touristenmagneten wie der Bia Hoi Corner Halt machen und in das Gemisch aus Kulturen und Sprachen eintauchen. Ein Glas Bier in der Hand auf Miniatur-Hockern bei vietnamesischen Sitznachbarn das seltsam anmutende Knabberzeug probieren. Das Treiben am Hoan Kiem Lake beobachten, anschließend die Ruhe im Ngoc Son Tempel genießen und dabei mehr über die Legende des Sees erfahren. Spoiler Alert: die Geschichte hat mit einer goldenen Schildkröte, einem Schwert und einem Kaiser zu tun.

Der Zufall ließ mich im Literaturtempel in Hanoi auch mitten in die Abschlussfeierlichkeiten einiger Studenten stolpern. Trotz Wolken verhangenem Himmel ein wunderbares Bild: jede Menge Ausgelassenheit bei den Studenten vor alterwürdiger Kulisse.

Das beste Essen hatte ich in einem sehr, sehr kleinen Lokal in einer sehr kleinen Seitenstraße im Old Quarter von Hanoi. So viel Butter habe ich wahrscheinlich mein ganzes Leben noch nicht gegessen, aber das Grillen hat Spaß gemacht und enorm lecker war es obendrein.

Ein Tagesausflug nach Hua Lu und Tam Coc

Da ich eine gute und günstige Unterkunft in Hanoi hatte, machte ich neben einem Ausflug in die Halong Bucht auch einen in die so genannte „trockene“ Halong Bucht, nach Tam Coc. Zuvor stattete ich, gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Reisender, noch den Überresten der Hauptstadt Vietnams im 10. und 11. Jahrhundert, Hua Lu, einen Besuch ab. Wenn man sich ein wenig von der Gruppe absetzt und das Ganze in Ruhe auf sich wirken lässt, bekommt der Ort beinahe den einstmaligen Stellenwert zurück.

Tam Coc hatte zum Vorteil, dass mir das Wetter wesentlich wohl gesonnener war, als in den vorangegangenen Tagen. Die Sonnenstrahlen auf dem Grün und Grau der Kalksteinfelsen taten ihr Übriges um mich in ihren Bann zu schlagen.

Leider hatte ich keine Zeit, die Kalksteinfelsen zu erklimmen, kann es euch aber nur wärmstens ans Herz legen. Sofern es nicht ganz so schwül ist.

Sich von Hoi An verzaubern lassen

Hoi An ist touristisch, ja. Aber meiner Meinung nach sollte man es gesehen haben. Diese kleine Stadt hat so viel Charme, dem kann man sich einfach nicht erwehren. Touristisch hin oder her. Die zahlreichen Lichter und Girlanden überall, die bunten Farben der Kolonialarchitektur, die Schneider an jeder Ecke, die einem Maßanzüge und Abendkleider auf den Leib nähen wollen, vorzügliches Essen, Kunsthandwerk, das bunte Treiben auf dem Markt, Banana Pancakes, der Fluß der abends über das Ufer tritt und einem den Weg zum Fahrrad abschneidet und so vieles mehr.

Mit dem Roller nach My Son

Die Ruinen der Hindutempel aus der Cham Dinastie sind ca. 40 km von Hoi An aus im Landesinneren gelegen. Ich versuchte mein Glück mit einem gemieteten Roller. Das Beste war an und für sich die Fahrt: durch Platzregen und eitel Sonnenschein mit Zwischenstopps zum Kaffee trinken und/oder den Regenponcho an- oder ausziehen. Und natürlich, um immer wieder nach dem Weg zu fragen.

Die Ruinen der Cham Tempel waren ganz nett anzuschauen, doch die Atmosphäre um die Tempel herum gab mir so viel mehr. Die vietnamesischen und westeuropäischen Touristen zu beobachten, bei schwülwarmen Temperaturen durch das feuchte Gras zu streifen und den Anblick der Tempel in wunderbarem Licht zu genießen.

Auf dem Rückweg verirrte ich mich mit dem Roller sogar kurzfristig auf eine „Schnellstraße“. Irgendwie habe ich dann aber doch wieder auf die Landstraße zurückgefunden und mein Puls durfte sich wieder normalisieren…

Aufstieg in die Marble Mountains bei Da Nang

Bei gefühlten 40° Grad im Schatten und einer Luftfeuchte von mindestens 90% war der Aufstieg in die sagen umwobenen Marble Mountains eine grandiose Idee, bevor man in den Nachtzug steigt. Nein, ernsthaft, es war wunderbar. Aber bei den Wetterverhältnissen hätten Wechselklamotten wirklich Sinn gemacht. Hinterher ist man oft schlauer, nicht wahr? Man kann auch mit einem Aufzug den Berg hinauf fahren, war mir jedoch zu einfach.

Leider blieben mir nur knapp drei Stunden Zeit ein wenig der ruhigen und ja, erhabenen Atmosphäre am Berg zu frönen, da dann mein Zug Richtung Nha Trang fahren sollte. Aber dieser kleine Ausflug hat sich gelohnt. Der Ausblick, die verschiedenen Tempel und eindrucksvollen Statuen, die es zu bestaunen und entdecken gibt und eine, allem innewohnende Ruhe, sind es auf jeden Fall wert erlebt zu werden.

Tagestour mit dem Boot von Nha Trang aus

Nha Trang selbst zu besuchen war seltsam, um nicht zu sagen: ein Fehler. Neben den hiesigen Vietnamesen waren hier beinahe ausschließlich russische Touristen anzutreffen, die ihren Strandurlaub genossen.

Daher beschloss ich, ein wenig Inselhopping per Boot in Form eines Tagesausflugs zu machen. Ich liebe die See und wenn ich Meeresluft um die Nase habe, geht mir das Herz auf. Bei dieser Tour konnte ich, neben der Meeresluft, auch viele kleine Momente für mich festhalten und auf Hon Mun sogar ein wenig im kristallklaren Wasser in Ruhe Schnorcheln.

In Vietnam mit dem Nachtzug fahren

Man kann Glück haben, man kann aber auch etwas Pech haben, was den Standard der Waggons angeht. Alles in allem waren die drei Nachtfahrten mit dem Zug eine tolle und abwechslungsreiche Erfahrung für mich. Da waren meine Mitreisenden in den Vierer-Schlafabteilen: vom vietnamesischen Opa, der seinen Enkel wieder zu den Eltern bringt, bis hin zu die Welt bereisenden Frischvermählten und britischen Rentnern die eigentlich in Thailand lebten, aber zur Visumsverlängerung eine kleine Vietnam Auszeit nahmen. Die enorm gut gelaunten Verkäufer, die in aller Herrgottsfrühe ihre teilweise ziemlich kuriosen Snacks im Wagen feilboten, die Ausblicke, bei denen mir so manches Mal das Herz in die Hose rutschte und der Bahnhofskiosk, der nur zu bestimmten Zeiten seine Pforten öffnete und wieder schloß…

Ein Highlight in Vietnam, das mich wohl die ganze Reise über zuverlässig begleitet hat, war Ca Phe Sua DaVietnamesischer Eiskaffee. Generell wird vietnamesischer Kaffee mit gesüßter Kondensmilch getrunken. Gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie süchtig machend. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, wenn ich ehrlich sein soll. Und das obwohl ich sonst nie Zucker in meinen Kaffee gebe..

Falls ihr euch wundert, dass die Halong Bucht hier nicht explizit auftaucht: mein 2-Tages-Ausflug mit der Dschunke durch die unwirkliche Landschaft der Karstfelsen war, trotz grauem Regenwetter und Nebel, fantastisch. Aber da dies der absolute Klassiker bei einer Vietnam Reise ist, habe ich ihn außen vor gelassen. Mal ehrlich: wenn ihr vorhabt nach Vietnam zu reisen, ist ein Besuch der Halong Bucht sicherlich das erste, was in die Planung Einzug hält, nicht wahr? 😉

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