Reiseberichte

Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: Debos Wildnis-Abenteuer in Afrika

Von Gastblogger , 30. Oktober 2012

In Windhoek startet mein Abenteuer Afrika. Namibia lassen wir schnell hinter uns. Zusammen mit 20 anderen Teilnehmern passiere ich die Grenze zu Botswana. Und dieses Land ist am besten als platt zu beschreiben. Einfach nur platt wie ne Flunder. Rechts und links, gradaus und hinten, wo man auch hinschaut: weite dürre Ebenen, die golden leuchten. Und Ziegen, lebensmüde Esel, die sich versuchen vor unseren Truck zu schmeißen und Kühe. Ab und zu mal ein Dörfchen.

Mein Zuhause ist in den nächsten 10 Tagen ein Zelt, das ich mit Amanda, einer Engländerin teile. Für den Auf- und Abbau sind wir selbst zuständig. Hört sich einfacher an als es ist. Ich glaube, ich war das letzte Mal campen, als ich 16 Jahre alt war. Irgendwie steht unser kleines Häuschen dann aber doch jeden Tag recht schnell, dank der Hilfe von Fahrer Berry.

Unseren ersten Abend verbringen wir bei den San Buschmännern. Ganz schön spannend, was diese Menschen alles in der scheinbar öden Erde finden. Da kommen aufeinmal Wurzeln zum Vorschein, die man essen kann, Wurzeln, aus denen man Anti Moskitozeug bastelt, Wurzeln, die man als Mus isst und vieles mehr. Irgendwie komme ich mir mit meiner deutschen Schulbildung etwas dumm vor. Was bringt es mir im Busch, das Einmal-Eins zu kennen? Überleben würde ich hier keine vier Stunden. Abends sitzen wir gemeinsam mit dem lustigen Völkchen am Lagerfeuer und bestaunen die Tänze, die uns erzählen, wie sie wilde Tiere fangen, wie sie leben und haben alle zusammen einen großen Spaß.

Der afrikanische Humor ist also auch in Botswana bei den Buschmännern angeboren. Ich liebe diesen Humor. Obwohl ich kein Wort verstehe, muss ich mich totlachen, wenn sie spielend scheinbar ein Tier erspäht haben. Zum Beispiel einen Elefanten, der von einem Buschmann dargestellt wird. Ich kann das gar nicht beschreiben, weil es eine Mischung aus Tanz, Gesang und Theater ist. Es wird geschrien, mit Sand geworfen, gelacht und dabei getanzt. Weltklasse. Wenn man das mit dem Musikantenstadl vergleicht, kommen einem vor Scham die Tränen.

Am nächsten Tag fahren wir nach Maun, unserem Eintrittstor ins Okavango Delta. Um mir einen besseren Überblick über dieses grandiose, weitläufige teils grüne Delta zu machen, hüpfe ich über meinen Schatten und fliege mit einem kleinen Flieger drüber.

Da ich mich aus purer Flugangst manisch auf den Monitor meiner Kamera konzentriere, verpasse ich leider die Tiere, die alle anderen anscheinend erspähen. Giraffen, Elefanten und Gnuherden. Naja, werde ich alles noch sehen. Denn: wir fahren mit Mokoros, kleinen Einbaumbooten direkt ins Delta. Unser kompletter Truck-Inhalt wird in Boote verladen, die so klein sind, dass ich Angst habe, sie schon beim Beladen zu versenken. Aber diese kleinen schwimmenden Wunderdinger können 20 Zelte gestapelt transportieren. Und Töpfe, Stühle, Tische und uns.

Mit einem Stock bewegen die Einheimischen Poler (=Kapitän mit Stock) die Boote. Zu zweit im Mokoro fahren wir drei Stunden lang immer weiter in die Wildnis. Unser Briefing davor: bitte die Einheimischen fragen, wo man sein Zelt aufstellen darf, weil die Elefanten ihre festen Wege zu Wasserlöchern haben und wenn unser Zelt dann im Weg steht, wird es platt gemacht. Auch dürfen wir uns alleine nicht weiter als 20m vom Zeltplatz wegbewegen, weil wir eben nicht in einer Lodge oder einem umzäunten Gelände campen, sondern in der Wildnis. Und Hyänen, Löwen, Nashörner und Leoparden hier zuhause sind. Schwimmen sollten wir auch nur mit Guide, wegen der Nilpferde und Krokodile. Und wenn uns auf der Fahrt durch den Sumpf zum Zeltplatz eine Spinne oder ein Frosch vom Wassergras auf die Hose fällt, dann sollen wir ruhig bleiben, der Poler wird das Tier dann entfernen. Sonst würde das Mokoro umkippen, wenn wir uns falsch bewegen. Und somit unser Hausrat ins Wasser fallen und wir samt Haut und Haar vom Krokodil aufgefressen. Ahhhrghhh. Wohin fahr ich genau noch mal?? Klingt sehr abenteuerlich und das ist es auch. Unser Zeltplatz ist irgendwo mitten im Delta.

Nachdem wir unser Zelt sicher entfernt vom Elefantenpfad aufgestellt haben, suche ich einen Platz für meine Hängematte. Direkt am Fluss wird ich fündig und traue meinen Augen nicht: ich lese grad mein Buch, höre ein irgendwie zu laute, ungewohntes Platschen, schaue auf und gucke direkt in die Augen von zwei Elefanten, die neugierig von der anderen Seite des Ufers zu mir rübergucken.

Hallo, du da! ÄÄhhh, was jetzt? Ich schau mich schnell um, die Einheimischen spielen Karten und verhalten sich ruhig. Aha, dann mach ich das einfach auch. Die Elefanten setzen sich dann aber in meine Richtung in Bewegung. Begleitet von Planschgeräuschen der anderen Art durchqueren sie den Fluss und setzen auf unsere Insel über. Ich werde nie wieder alleine auf unser Klo gehen. Klo ist übertrieben: ein Loch im Boden hinter unserem Zeltplatz. Das Zeichen dafür, dass es grad besetzt ist: die fehlende Schaufel und die nicht vorhandene Klopapierrolle an der Abzweigung zur Toilette. Dass die Elefanten hier auch mal aufs Klo müssen zeigen die überdimensionalen Haufen, die auf dem Weg zu unserer Toilette liegen. Angezündet sind sie super Anti Moskito Kerzen verwendbar. Der Fluss ist in den nächsten drei Tagen unsere Dusche, natürlich ohne Duschgel, um das glasklare, trinkbare Wasser nicht zu verschmutzen. Macht aber gar nichts, da selbst Deo hier fehl am Platz wirkt.

Unter einer Sternendecke sitzen wir am Lagerfeuer und gehen früh schlafen. Denn als nächstes steht eine vierstündige Wanderung früh morgens an. Safari mal anders. Und zwar ohne Jeep oder irgendwas um uns rum. Wir wandern einfach zu den Tieren. Irgendwie ist mir mulmig. Eine Safari im geschützten Auto ist schon echt krass, aber zu Fuss? Ich frage während wir an drei Elefanten vorbeilaufen, die 50m entfernt von uns grasen, was wir denn machen sollen, wenn die jetzt angreifen. Irgendwie hatte ich gehofft, als Antwort: das passiert nicht, weil blablabla zu hören. Aber leider antwortet unser superlustiger Guide Jack: zick zack rennen. Alle woanders hin, am besten in Buschlandschaft. Aha. Sehr beruhigend. Und wie schnell rennt ein Elefant? Schnell. Aha. Schade auch, dass die nächsten Büsche außerhalb meiner Sichtweite liegen. Naja, wird nicht so oft vorkommen, sonst wären wir ja nicht hier. Lebensmüde ist Jack bestimmt auch nicht.

Weiter geht’s vorbei an Zebraherden, Gnus, die mit Stock im Hals um ihr Leben rennen. Moment mal: warum rennt die ganze Herde davon? Grundlos wohl nicht. Nein nein, meint Jack, wahrscheinlich werden sie von einem Löwen gejagt. Ach so, dann ist ja alles gut….

Leute, das ist echt ein Erlebnis der anderen Art. Man ist der Natur so nah, dass man wieder einen gesunden Respekt und vor allem eine große Hochachtung vor ihr gewinnt. Hier ist das Leben pur! So verbringen wir die Tage mit Tiere gucken, schwimmen und abends am Hippoteich. Hier in sicherer Entfernung vom Boot aus, da die anscheinend am gefährlichsten sind.

Nach diesem Abenteuer fehlen eigentlich nur noch die Victoriafalls in Sambia, bevor ich in den Flieger gen Heimat starte. Es war eine Wahnsinnsreise mit schönen, spannenden Augenblicken und vielen netten Menschen aus aller Welt. An manche Orte werde ich bestimmt zurückkehren – nachdem ich den Rest der Welt erkundet habe!

Ahoi!

3 Antworten zu “Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: Debos Wildnis-Abenteuer in Afrika”

  1. Momo sagt:

    Dein Bericht inspiriert zum nachmachen 😉 Ist das eine der STA-Erlebnisreisen? Wenn ja, welche? Vielen Dank

  2. Karen Liller sagt:

    Liebe Momo, Debo hat 2012 eine STA Travel Erlebnisreise mit dem Namen „Delta and falls experience“ gemacht, die es aber in diesem Jahr leider so nicht mehr gibt. Sehr ähnlich sind jedoch die Erlebnisreisen „Delta and falls overland“ (auf Deutsch heißt die Tour „Namibia, Botswana & Sambia“ auf Seite 47 unseres Afrika-Katalogs), die 9 Tage dauert und die längere Erlebnisreise „Dunes, deltas and falls“ (auf Deutsch „Dünen, Wüsten, Wasserfälle“ auf Seite 44 unseres Afrika-Katalogs). Beide Reisen sind unheimlich empfehlenswert! 🙂

    http://www.statravel.de/aktuelle-kataloge.htm

  3. Alexander sagt:

    Na die Fische sehen ja lecker aus 😀
    Sieht ja fast so aus wie bei der Sendung „die Wildnis und ich“, die gestern lief. Stell mir sowas total spannend vor..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.