Thailand – Elefantenschutzprojekt in Surin

Einer der Vorteile die man hat, wenn man bei STA Travel arbeitet, ist, dass man sich ab und an die Programme die wir anbieten, vor Ort ansehen kann. So war ich total aus dem Häuschen als ich erfuhr, dass ich nach Thailand fliegen darf, um mir dort verschiedene Projekte aus unserem Katalog „Freiwilligenprojekte“ anzusehen. Eines davon war das Elefantenschutz-Projekt in Surin, Thailand. Viele Fragen stellten sich mir: was genau macht man mit den Elefanten, wie hilft man ihnen, wie kann der Volontär dazu beitragen, dass es diesen faszinierenden Wesen besser geht? Selbst habe ich zuvor noch an keinem Freiwilligenprojekt teilgenommen, und war natürlich total gespannt mir das Projekt anzusehen, und mehr darüber zu erfahren.

Es ging früh morgens aus Bangkok los in Richtung Surin, was auch gleichzeitig die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist. Touristisch gesehen eigentlich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Nach ca. 7 Stunden kamen wir dort an. Zunächst einmal schauten wir uns das „Homestay“ an, die Unterkunft für die Volontäre, die an verschiedenen Projekten in Surin teilnehmen.

home stay Mr Lee

Ein zweistöckiges Haus bietet mehrere einfach eingerichtete Zimmer, wo die  Helfer schlafen. Es ist sehr zentral gelegen, so dass man hier auch gut einkaufen kann. Nach dem Besuch ging es dann in unser Hotel für diese Nacht.

Am nächsten Morgen stieg die Aufregung, denn an diesem Tag sollte es zu den Elefanten gehen. Schon auf dem Weg machte Surin (auch „Elefantenstadt“ genannt) ihrem Namen alle Ehre und wir konnten die ersten Elefanten von der Straße aus erblicken. An der Unterkunft angekommen, wurden wir sehr freundlich vom Dorfältesten begrüßt und uns wurden anschließend unsere Schlafplätze gezeigt.

Da in der eigentlichen Unterkunft für Volontäre nichts mehr frei war, schliefen wir im Haus gegenüber. Im zweiten Stock war quasi ein großes Zimmer mit dünnen Holzwänden abgetrennt und die einzelnen Schlafplätze waren nochmal mit Tüchern ausgestattet, mit denen man den eigenen Schlafplatz abtrennen konnte.

Unser Schlafplatz

Schlafplatz Volunteers

Dann wollten wir aber nicht mehr warten und endlich die grauen Riesen sehen. Gegenüber gab es zwei Häuser mit Schlafplätzen für die Volontäre, einer Küche und einem Aufenthaltsraum.

Lunch home stay

Man darf hier sicher nicht zu viel erwarten und vor allem keine deutschen Standards. So gibt es im Haus für die Helfer nur ein Bad, das alles andere als luxuriös ist, aber seinen Zweck erfüllt. Auch hat man zwei normale Toiletten inklusive Klopapier, was für thailändische Verhältnisse sogar recht ungewöhnlich ist. Besteht das Klo doch generell eher aus einem Loch worüber man sich kniet, um sich im Anschluss mit Wasser statt Klopapier zu reinigen. Für Europäer sicherlich gewöhnungsbedürftig und daher sind die beiden Toiletten sehr willkommen.

Hinter dem zweiten Haus, das den Helfern zur Verfügung steht, befindet sich ein größerer Holzstall wo wir den ersten Elefanten erblickten.

elefant am trinken, thailand, surin

 

Nancy mit Elefant

Um den Elefanten zu helfen, wird hier das Geld was eingenommen wird, dem Dorfältesten gegeben der es dann auf die Familien aufteilt die einen Elefanten haben, und denen, die mithelfen die Elefanten zu füttern und zu pflegen. Denn so ein Elefant braucht viel Pflege, außerdem frisst und trinkt er sehr viel und das ist teuer. Würden die Familien nicht unterstützt, wären sie gezwungen mit den Elefanten durch die Dörfer zu ziehen und zu betteln. Oder sie müssten die Elefanten zu so genannten „Trainingslagern“  schicken, wo sie dressiert werden damit sie später als Touristenattraktion Geld einbringen.

Früher noch mehr als heute, wurden Elefanten als Helfer bei schweren Arbeiten eingesetzt, wie z.B. bei der Waldarbeit. Da Maschinen diese Arbeit größtenteils ersetzt haben, hat der Elefant hier seine Funktion verloren und der Mahout muss sich Alternativen überlegen, wie er sein tägliches Brot und das des Elefanten verdient. Schließlich frisst so ein Elefant bis zu 150 kg am Tag. Das Halten von Elefanten in Surin ist eine Familientradition, die der Sohn vom Vater übernimmt. Daher stellt sich den Familien erst gar nicht die Frage ob man sich einen Elefanten zu halten überhaupt finanziell leisten kann.

Elefantenmama mit Baby, Thailand, Surin

Trotzdem sind in diesem Dorf auch Elefanten die Kunststücke aufführen, da sie das Trainingskamp besucht haben und von dort rausgeholt wurden. Den Familien wurde durch das Projekt Geld angeboten, damit sie darauf verzichten können, ihren Elefanten abzurichten bzw. mit ihm und den Kunststücken betteln zu gehen. Die Elefanten werden in Surin als Familienmitglied gesehen und leben meistens bei den Familien im Garten.

Nachdem wir die zwei Elefanten eine Zeit lang beobachtet und bestaunt hatten, ging es für uns mit einem Jeep zum Baden der Elefanten – dem Highlight des Tages! Als wir an dem See ankamen, waren um die 25 Elefanten mit ihren Mahouts da und auch die Helfer waren alle mit dabei. Jeder bekam einen Elefanten zugeteilt mit dem man ins Wasser gehen konnte um ihn zu baden. Das war schon was, so viele Elefanten, manche riesig groß, manche kleiner und es war sogar eine Elefantenmama mit ihrem kleinen Baby dabei. Das war schon extrem respekteinflößend, auf einmal einen Elefanten vor, hinter und jeweils neben sich zu haben. Aber auch ein tolles Erlebnis, mit diesen Tieren im Wasser zu sein und ihre Haut zu schrubben. Ich konnte richtig sehen, dass sie es auch sichtlich genossen haben.

elefanten beim baden, thailand, surin

Bevor wir aber zurück zu unserer Unterkunft fuhren, legten wir zum Kayak fahren noch einen kleinen Stopp am nahe gelegenen Fluss ein. Das ist auch eine der Freizeitbeschäftigungen der Volontäre in Surin. Arbeitstage für die Helfer sind Montag bis Donnerstag, ca. 4 Stunden, Freitag bis Sonntag bleibt man im Homestay in Surin. Den Arbeitstag eines freiwilligen Helfers im Elefantenschutz-Projekt kann man sich etwa so vorstellen:

  • Elefanten füttern, pflegen und baden
  • 1-2 Stunden Zuckerrohr- / Bananenpflanzen schneiden
    (Unterstützung bei der Ernte – je nach Jahreszeit)
  • Freizeitaktivitäten sind Kajak fahren, Angeln
  • Mithilfe beim Kochen und sauber machen

Wieder in der Unterkunft angekommen gab es ein total leckeres traditionelles Essen, mit einer Kochpfanne in der wir frisches Gemüse und Fleisch selbst brutzeln konnten. Am Abend saßen wir noch gemütlich um ein Lagerfeuer, das sich direkt neben dem Stall befand, in dem die Elefantenmutter mit ihrem Baby untergebracht war.

Elefantenmama mit Baby im homestay Garten

Der Rauch des Feuers sollte die Moskitos vertreiben, hat bei uns nicht ganz so gewirkt, ich hoffe jedoch bei den Elefanten schon. So ließen wir den Abend mit Geschichten über unsere schönsten und schlimmsten Reiseerlebnisse ausklingen und genossen es, neben den Elefanten zu sitzen, und diese einfach nur zu beobachten. Ich musste immer wieder denken, was das doch für faszinierende Wesen sind und wie glücklich wir uns schätzen können, sie so nah mitzuerleben.

Die Nacht in unserer Unterkunft war eigentlich ganz lustig. Da wir alle zusammen auf einer Etage waren, konnte man die anderen reden und schreien hören, wenn mal wieder ein Insekte herumschwirrte. Insekten sind des Nachts vielzählig unterwegs, ständig hörte man ein Surren oder es kitzelte irgendwo, es empfiehlt sich absolut ein Moskitonetz mitzunehmen.

Am folgenden Morgen sind wir noch in die nahegelegene „Papierfabrik“ gefahren. Dort haben wir gelernt, wie man aus Elefantendung Papier herstellt und durften sogar selbst mit anpacken.

Elephant Poo factory

Entgegen der allgemeinen Vermutung ist das keine stinkende Angelegenheit und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Der Verkauf des Dung-Papiers stellt auch eine Einnahmequelle für das Dorf dar.

Ich kann das Elefantenschutz-Projekt in Surin auf jeden Fall weiterempfehlen für Leute, die diesen Tieren woanders als im Zoo begegnen möchten. Und auch denjenigen, die die thailändische Kultur und die Menschen besser kennenlernen möchten. Und allen voran natürlich denen, die die Mahouts unterstützen möchten, den Tieren ein schöneres Leben zu bieten.

Du hast auch Lust bekommen, dich für ein Tierschutzprojekt zu engagieren? Meine Kollegen in den STA Travel Shops stehen dir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und helfen dir, dass passende Projekt für dich zu finden.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
Thailand - Elefantenschutzprojekt in Surin, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Noch kein Kommentar

Sei der erste Leser, der diesen Beitrag kommentiert!

Kommentare

Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar