Europa

Sprachreise – Englisch lernen in Schottland

Von Sarah Lemmen , 29. April 2016

Die englische Sprache ist genau mein Ding: man braucht sie überall auf der Welt, sie entspringt meinem Lieblingsland und klingt vor allem wunderschön – gerade wenn man sie dort hört, wo man sich am wohlsten fühlt. Großbritannien ist schon seit meiner Kindheit mein zweites Zuhause, wobei ich Schottland erst vor kurzem zum ersten Mal besucht habe.

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Ich in den schottischen Highlands

Eine Sprachreise wollte ich schon immer mal machen. Man lernt neue Leute kennen, hört um sich herum die ganze Zeit Englisch, kann das Gelernte gleich anwenden und befindet sich in einer spannenden Umgebung… „Das kann ja nur super werden“, dachte ich mir. Ich flog alleine nach Edinburgh, eine Stadt, in der wirklich alles noch mittelalterlich scheint. Es gibt wohl eine Alt- und eine Neustadt, jedoch sieht man da nicht wirklich einen Unterschied. Edinburgh hat mich direkt in den Bann gezogen, was kein Wunder ist, bei so viel Kultur und Zauber.

Alle Sprachschulen in der Stadt sind sehr zentral gelegen, so kann man nach den Lektionen gemütlich über die Royal Mile zum Edinburgh Castle spazieren oder sich den Sonnenuntergang auf Calton Hill ansehen.

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Der wunderschöne Sonnuntergang auf Carlton Hill

Im College wurde ich erstmal durch mündliche und schriftliche Tests in ein Sprachlevel eingestuft – das zweithöchste – juhu!! Das hat den Vorteil, dass die Anfänger unter sich bleiben, die Fortgeschrittenen ebenso. Und wenn einem das Lerntempo in einer Stufe zu schnell oder langsam ist, lässt sich das meistens ändern, indem man nachträglich die Stufe wechselt.

Im Klassenraum traf ich direkt auf Italiener, Brasilianer, Schweizer, Spanier und viele andere Nationalitäten. Und wie verständigt man sich? Auf Englisch natürlich, man hat ja auch kaum eine andere Wahl. Und somit wendet man das Gelernte immer direkt an: in den Pausen beim Smalltalk mit den anderen, professionelles Englisch während der Unterrichtsstunden. Ich glaube, man vertieft nirgends eine Sprache intensiver als durch eine Sprachreise. Neue Freunde aus verschiedensten Ecken der Welt hierbei zu finden, ist genauso einfach gesagt wie getan. Und nach den zwei Wochen wurde sich gegenseitig versprochen, sich bei der nächsten Gelegenheit einen Besuch abzustatten!

Das Busnetz in Edinburgh ist übrigens super ausgebaut, sodass ich jeden Tag bequem von meiner Gastfamilie zum College fahren konnte. Viele meiner Mitschüler waren auch in einer so genannten residence untergebracht. Das sind WGs in einem großen Studentenwohnheim. Sicherlich hat beides seine Vor- und Nachteile.

Der Unterricht war abwechslungsreich gestaltet und mit jeder Menge Spaß verbunden. Hausaufgaben gab es auch sowie virtuelle Klassenzimmer und Online-Lernmodule. Allerdings hat in Schottland auch jeder Lehrer dafür Verständnis, wenn man mal eine Ausnahme macht und nach einer Nacht im Pub mit ein paar guten (!) Whiskys unvorbereitet am Morgen im Klassenraum sitzt.

Am Wochenende habe ich mit meinen neuen Freunden Ausflüge in die Umgebung von Edinburgh unternommen. Dazu gehörte natürlich eine Suche nach Nessie sowie die Besichtigung von Stirling Castle und ein Spaziergang entlang des Loch Lomond, der See, dessen Hymne vom 1.FC Köln übernommen wurde.

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Blick auf Loch Lomond

Egal wo man sich in Schottland befindet, ein fröhlicher Dudelsackspieler rennt immer irgendwo herum und steht auch Pose für ein Foto. Der Guide, der uns auf diesen Ausflügen begleitete, erzählte offen über die Geschichte und Politik Schottlands und, natürlich, über Whisky, den er bei jeder zweiten Tour selbst genießen darf und deshalb seinen Job so liebt.

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Die schottischen Highlands

Auch in Edinburgh selbst habe ich während meiner Sprachreise sehr viel unternommen. Zu den Aktivitäten der Schule gehörten z.B. schottischer Tanz, Haggis essen, Pub-Nights sowie eine Wanderung auf den Arthur’s Seat, der Mini-Mountain Edinburghs, wovon man die beste Sicht auf die Stadt hat.

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Auf dem Weg zum Arthurs Seat

Ein Muss für Harry Potter Fans ist z.B. das Elephant House – das Café, in dem J.K. Rowling ihre Bücher schrieb, oder auch Greyfriars Kirkyard, der Friedhof auf dem Tom Riddle begraben liegt und Rowling auf den Namen des Bösewichts kam.

Auch für Shopping Fans ist Edinburgh perfekt geeignet! Auf der Princess Street gibt es zahlreiche Shops, wobei ich mir zwei typische Schottland-Souvenirs auf der Royal Mile gekauft habe: einen Kilt und einen Scotch.

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Wunderbar grünes Edinburgh

Nach den zwei Wochen gab es eine leavers ceremony, bei der wir stolz unsere Zertifikate entgegen nehmen durften. Ich war wirklich stolz, meine Leistung nochmal auf Papier zu haben – das macht sich auch super bei der nächsten Bewerbung und im Lebenslauf! Mir ist in Edinburgh jeder Tag mein Geld wert gewesen, sodass ich kurze Zeit später wieder dorthin geflogen bin. Die Freundlichkeit der Schotten, die Musik in der Luft, die Liebe zum Whisky, der Flair dieser alterwürdigen Stadt und die schöne Sprache machen Edinburgh zu meiner Lieblingsstadt. Eine Sprachreise wiederholen? Auf jeden Fall! Zwei Wochen sollte man mindestens einplanen und wenn es sich einrichten lässt, bleibe ich das nächste Mal noch länger!

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Ein Regenbogen über der Stadt – ich komme wieder!

2 Antworten zu “Sprachreise – Englisch lernen in Schottland”

  1. Stefanie Smit-Lemmen sagt:

    Ein farbenfroher und informativer Beitrag, den ich mit Begeisterung gelesen habe. Da bekommt man Reisefieber. Die britischen Inseln haben in der Tat jede Menge zu bieten.

  2. Jana Bär sagt:

    Ich hatte das Vergnügen die Autorin dieses Textes während dieser tollen Zeit in Edinburgh kennenzulernen und könnte es nicht besser beschreiben! Die Hauptstadt Schottlands ist wirklich eine Reise wert – egal ob um Englisch zu lernen oder einfach nur die Stadt besichtigen. Ich kann es nur empfehlen!

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