Asien

Indonesien – Eine Rundreise auf Java

Von Sarah Lemmen , 14. Juni 2018

Wir reisen gemeinsam als Paar: Er kennt Südostasien wie seine Westentasche, für mich ist es das erste Mal in einer Welt, die mir fremd erscheint. Wie wir einen Kompromiss gefunden haben? Ich erzähle es euch.

Bali kennt fast jeder – die Insel der Götter im Indischen Ozean: viele Tempel, Strände, einfach ein Touristenmagnet. Für mich ein Plus, denn ich weiß: Wo viele Touristen sind, da wird auch Englisch gesprochen. Java ist ganz gut erschlossen und es wird vieles für Reisende angeboten. Mein Partner kannte Bali bereits – generell ist er der reinste Asienfan und ist dort schon viel gereist. Java, die große Insel, auf der auch Indonesiens Hauptstadt Jakarta liegt, reizte ihn eben aus dem Grund, dass sie touristisch noch nicht so sehr erschlossen ist.

Die Highlights von Java

Meine Bedingung mit zu kommen war allerdings, eine geführte Rundreise auf Java zu buchen. „Das Beste von Java“ klang genau nach dem, was wir suchten. Mit drei Wochen Urlaub insgesamt, kam uns die Tour mit neun Tagen ganz gelegen. Auf eigene Faust hätten wir in der kurzen Zeit sicher nicht so viel sehen können. Außerdem bin ich ein riesen Fan davon, sich zurücklehnen zu können und mir keine Gedanken über den Verlauf der kommenden Tage zu machen. In einer Kleingruppe zu reisen gab uns beiden zudem ein Gefühl von Sicherheit. Da der Transport und ein einheimischer Guide im Preis enthalten waren, mussten wir auch keine Sprachhindernisse oder fehlende Infrastruktur fürchten.

Jakarta

Jakarta ist einfach zu erreichen und so starteten wir dort mit einer Übernachtung. Lustig war, dass die Einheimischen Fotos mit uns Europäern machen wollten, weil sie wohl nicht so viele zu Gesicht bekommen. Das ehemalige niederländische „Stadhuis“ und der davor liegende alte Platz aus der Kolonialzeit waren sehr sehenswert. Einen leckeren Eistee haben wir uns im stylischen Café Batavia gegönnt, das auch noch aus der Kolonialzeit stammt.

Bandung

Es folgte eine super angenehme Fahrt in einem privaten Bus mit Klimaanlage nach Bandung. Neben einem authentischen, aber sehr vertrauenswürdigen food market, brachte uns unser Guide zu einem traditionellen Anklung Orchester. Hier durften wir sogar selbst die traditionellen Instrumente aus Bambus ausprobieren.

Bandung war für uns außerdem der Startpunkt der tollen Weiterreise mit dem Zug nach Yogyakarta, eine der für mich der kulturell interessantesten Städte Indonesiens. Unser Guide hat uns sogar Zugtickets für die Executive Class ergattern können. Und so fuhren wir entspannt an malerischen Reisterrassen, über reißende Flüsse und an kleinen Dörfchen vorbei und konnten aus den großen Panoramafenstern sogar einen Monsunregen beobachten.

Yogyakarta

Bergdorf Nglanggeran

Als wir in Yogyakarta ankamen, wurden wir und die anderen acht Mitreisenden problemlos mit einem Bus abgeholt und in ein zwei Stunden entferntes Bergdorf namens Nglanggeran gebracht. Wie man hier als Backpacker alleine hinkommen soll? Wahrscheinlich gar nicht. 😉 Bei der Tour wurde ein Aufenthalt in einer einheimischen Gastfamilie organisiert, damit man das Leben der Menschen auf authentische Art und Weise kennenlernen kann. Wer mag nicht gerne Essen wie bei Mutti? Genauso erging es uns, als wir mit lokalen Köstlichkeiten überschüttet wurden. Die Gastfreundschaft in Indonesien ist sowieso sehr groß und die Menschen meist herzlich und höflich. Großen Luxus darf man hier jedoch nicht erwarten. Viele Einheimische leben größtenteils von den Touristen, die bei ihnen übernachten. Am nächsten Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung auf den „Gunung Nglanggeran“, wo wir die Einzigen waren und eine tolle Aussicht auf die Umgebung hatten. Den einen oder anderen Affen hätte man hier zu Gesicht bekommen können, wir waren jedoch von Schmetterlingen und bunten Heuschrecken abgelenkt.

Am Abend fuhren wir zurück nach Yogyakarta und staunten nicht schlecht über das Luxushotel, indem wir untergebracht wurden. Dazu muss man allerdings sagen, dass der Reiseveranstalter bei der Auswahl der Unterkünfte darauf achtet, dass die Hotels einen einheimischen Charakter haben. Bei der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit an dem Tag, hatte niemand etwas gegen den großen Pool einzuwenden. Yogyakarta bietet kulinarisch eine große Vielfalt. Nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt, gab es zahlreiche Bars, Restaurants und Cafés mit einheimischer, aber auch westlicher Küche.

In  Yogyakarta unterwegs

In Yogyakarta organisierte unser Guide ein paar Rikscha-Fahrer, die uns beispielsweise zum Palastkomplex des Sultans brachten und uns dort hindurch geführt haben. Des Weiteren fuhren sie uns zu einer Batikfabrik, in der wir das Handwerk kennenlernen und uns handgemachte Sarongs und Tücher kaufen konnten. Die Lage von Yogyakarta ist auch nicht schlecht, da man von hier aus Tagesauflüge zu zwei der Wahrzeichen von Java machen kann. Zu welchen?

Prambanan

Eines davon ist der größte Hindu Tempel Javas, Prambanan. Da ich so etwas zuvor noch nie gesehen hatte, staunte ich nicht schlecht. Mein Partner beschrieb Prambanan liebevoll als „Mini-Angkor-Wat“. Die einzelnen Türme, aus denen der Tempel besteht, haben aufwendige Verzierungen. In jedem Turm steht eine Figur, die einen hinduistischen Gott symbolisiert. Hier regnete es richtig heftig für eine halbe Stunde, aber danach konnte man schöne Fotos schießen.

Borobudur

Der größte buddhistische Tempel der Welt, Borobudur, befindet sich auch nicht weit von Yogyakarta entfernt. Jeder, der sich mal mit Indonesien auseinandergesetzt und eine Rundreise auf Java angedacht hat, kennt die vielen glockenförmigen Stupas, in denen Buddhas sitzen. Ein Tipp von uns: Nehmt euch Sonnenschutz und auch eine Kopfbedeckung mit, denn es gibt keinen Schatten, in den man sich mal zurückziehen könnte. Die Ausmaße des Tempels sind riesig und jede der Ebenen ist wundervoll mit Legenden und Geschichten aus dem Leben Buddhas verziert – kaum vorzustellen, wie lange die Erstellung von Borobudur gedauert hat.

Ngadas

Von Yogyakarta aus unternahmen wir erneut eine längere Zugfahrt nach Malang. Dort angekommen, wurden wir in ein Dorf namens Ngadas gebracht, welches gefühlt in den Wolken liegt und sich unweit vom Mount Bromo, dem aktivsten Vulkan Indonesiens, befindet. Auch hier übernachteten wir bei einer Gastfamilie. Nicht nur die Lage von Ngadas ist toll, sondern auch die schönen bunten Häuschen und die sehr offene Kultur des Örtchens, in dem Muslime, Hindus und Buddhisten schon lange friedlich zusammen wohnen. Dort hat es uns sehr gefallen.

Mount Bromo

Da wir den Sonnenaufgang am Mount Bromo sehen wollten, fiel die folgende Nacht recht kurz aus. Mit Jeeps fuhren wir regelrecht durch Wolken hindurch und waren Dank des guten Timings in der ersten Reihe am so genannten Sunrise Point. Wir haben sogar eine seltene, kleine Eruption des Mount Semeru beobachten können.

Nach dem Sonnenaufgang brachten uns Fahrer in gemieteten Jeeps zum Fuße des Bromo. Um einigen Besuchern den Aufstieg zu erleichtern, wurden sogar Treppen bis zum Kraterrand gebaut. Aus dem Krater qualmte es die ganze Zeit und wir hatten großen Respekt vor dieser Naturgewalt. Man kann sehr, sehr tief in den Schlund schauen und sieht in dem Kegel, der nach unten führt, die Schwefel- und Felsbrocken. Im Gegensatz zum Rest Javas waren hier viele Touristen, die beispielsweise Tagestouren von der Insel Bali aus machten. Mount Bromo hat uns sehr beeindruckt.

Sanur

Unser letzter Stopp auf Java war wieder Malang, die nächstgelegene Großstadt vom Mount Bromo aus. Hier gab es nicht viel zu sehen, als wir am Nachmittag dort eintrafen. Am Tag darauf nahmen wir den Flieger nach Denpasar auf Bali und checkten ein letztes Mal gemeinsam mit der Gruppe in ein sehr schönes Resort in Sanur ein. Dort ließen wir das Ende unserer Rundreise ausklingen. Bali ist der ideale Endpunkt, um sich nach einer solchen Reise alleine, abseits der Gruppe, noch etwas zu entspannen.

Fazit: Das noch recht untouristische Java ist sowohl für Asienerfahrene als auch für Einsteiger etwas!

2 Antworten zu “Indonesien – Eine Rundreise auf Java”

  1. Marian sagt:

    Ich fühle mich sehr an meine Rundreise durch Java (Jakarta – Yogyakarta – Malang – Bromo) im November 2013 erinnert, wenn ich den Reisebericht durchlese. Unvergessen

  2. Stefanie smit-lemmen sagt:

    Ein wunderbarer Blog, offen und ehrlich, der die positiven Erlebnisse der Reise beleuchtet.

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