Europa

Europa – Tipps und Tricks zu Interrail

Von STA Travel Ambassadors , 21. Juli 2017

„Eigentlich habe ich noch zwei Hausarbeiten… und die Klausur im Oktober…“ „…Ach, weißt du was: Scheiß drauf! Lass es uns einfach machen!“ Mit diesem Satz fiel die Entscheidung. Meine beste Freundin und ich. Einen Monat per Interrail, also mit der Bahn, durch Europa. Das war der Plan. Von Deutschland bis zum südwestlichsten Punkt Europas an die Algarve in Portugal. 2.000 Kilometer und insgesamt 81 Stunden Bahnfahrt.

Nicht mal drei Wochen später begann unser Abenteuer. Eine Reise, die mehr einer Achterbahnfahrt glich als einer ruhigen Bimmelbahnfahrt und doch ist sie mir bis heute als eine meiner schönsten Backpackertouren in Erinnerung geblieben.

interrail, bahnhof

Wieso aber ausgerechnet Interrail? Wieso nicht bequem mit dem Auto von A nach B?! Nun, zunächst einmal spielte das Budget eine Rolle. Als chronisch blanke Studenten erschien es uns als die beste und günstigste Möglichkeit viele Orte in komprimierter Zeit zu sehen. Allerdings war uns zu Beginn nicht wirklich bewusst, welche Extrakosten neben dem reinen Ticketpreis für das Bahnfahren noch auf uns zukommen sollten. Dazu aber später mehr. Außerdem wollten wir so reisen, dass wir uns nicht wirklich Gedanken machen mussten. Keine Gedanken um Stau, Verkehr, wo ist die nächste Tankstelle usw.

Ein entscheidender Punkt jedoch war, dass wir so viele neue Leute wie möglich kennenlernen wollten. Also entschieden wir uns dazu Interrail mit Couchsurfing zu verbinden, um beim Kennenlernen ein gutes Gleichgewicht zwischen anderen Backpackern und „Locals“ zu erhalten. Während der Bahnfahrten war es ein Leichtes mit anderen Interrailern ins Gespräch zu kommen. Pro Zug steht immer ein bestimmtes Sitzplatzkontingent für Interrailer zur Verfügung, meist sind diese Plätze nah beieinander. Zudem bekommt man zu dem Interrail-Ticket eine Art Festivalbändchen, das man sich ums Handgelenk bindet und das so als Erkennungsmerkmal dient.

Die wichtigsten Fragen und Tipps zu Interrail

Anfang August begann also unsere Reise. Sie führte uns über die Niederlande und Belgien nach Frankreich, weiter über Spanien und schließlich bis nach Portugal. Da mir diese Reise so positiv in Erinnerung geblieben ist, möchte ich meine Erfahrungen und Tipps und Tricks mit euch teilen, damit auch ihr Lust auf den Road Trip etwas anderer Art bekommt.

Was ist Interrail?

Interrail ist ein Bahnticket für EU-Staatsbürger. Mit dem Kauf des Tickets ist man dazu berechtigt, nahezu alle Züge des Nah-und besonders des Fernverkehrs innerhalb Europas zu nutzen. Man macht also quasi einen Road Trip mit der Bahn.

Wie viel kostet ein Ticket?

Der Preis des Tickets basiert natürlich darauf, welchen „Tarif“ ihr wählt. Ich habe das Ticket „15 Tage in 30 Tagen“ gewählt, das eine Gültigkeit von 30 Tagen hat und es mir ermöglicht, 15 Tage davon als Reisetage zu nutzen. Sprich 15 Tage an denen ich mit diesem Ticket Bahn fahren kann. Zusätzlich ist zu beachten, dass die meisten Fernzüge zusätzlich eine Sitzplatzreservierung benötigen, die sehr teuer werden kann. Besonders in den Niederlanden und Frankreich habe ich für die Reservierung ordentlich zechen müssen. Teilweise 25 Euro und mehr pro Reservierung. Jedoch erhaltet ihr mit dem Interrail-Ticket auch Vergünstigungen in den meisten Ländern, z.B. für Fährentickets oder Eintritt in Museen.

Wie organisiere ich meine Bahnfahrten?

Es gibt eine App, bereitgestellt von Interrail, in der ihr Fahrpläne einsehen könnt – auch offline. Zudem enthalten die Fahrpläne Informationen darüber, ob eine Reservierung optional oder verpflichtend ist. Ihr könnt auch einen Filter setzen, dass ihr nur mit Zügen fahren möchtet die keine Reservierung erfordern. Bei diesen Verbindungen sind dann eben die Fahrtzeiten meist länger. Reservierungen für Sitzplätze können leider noch nicht über die App vorgenommen werden. Das empfand ich als sehr großes Manko empfand, wahrscheinlich ist dies aber für alle Züge in Europa auch einfach sehr kompliziert einzurichten. Wir haben die Reservierungen meist direkt am Bahnhof gemacht, wenn wir in der jeweiligen Stadt ankamen. In den Niederlanden und Frankreich war das allerdings ein Fehler, da es nun mal Hauptsaison war und in jedem Zug nur begrenzt Interrail Plätze zu Verfügung stehen. Ich würde also empfehlen, für beliebte Reiseziele schon frühzeitig im Internet Sitzplätze zu reservieren.

Achtet auch auf eure Reisezeiten. Wir dachten, dass wir locker 10 Stunden und mehr pro Strecke fahren könnten – es stellte sich allerdings als nicht wirklich empfehlenswert heraus. Unsere längste Strecke dauerte 17 Stunden und hat uns mehr als geschlaucht. Es empfiehlt sich, lieber kürzere Strecken zu fahren und auch mal Orte oder Städte anzufahren, die weniger bekannt sind.

Gut zu wissen: die Extrakosten

Neben dem reinen Ticketpreis müsst ihr für Sitzplatzreservierungen zusätzlich bezahlen. In den Niederlanden und Frankreich (Thalys) lagen wir da teilweise nochmal bei guten 26-40 €. In Portugal waren es nur 5 €. Die Preise für Reservierungen schwanken sehr stark. Im Allgemeinen ist es allerdings so, dass Platzreservierungen in Osteuropa günstiger sind als z.B. Frankreich oder Belgien.

In Portugal war es auch so, dass wir nicht immer mit dem Ticket bis zu unserem Zielort kamen, häufig waren wir noch auf den Bus angewiesen. Dieser war jedoch nicht im Ticketpreis mit inbegriffen und fiel so zusätzlich ins Gewicht. Der Nahverkehr innerhalb der Städte ist mit dem Interrail-Ticket nicht abgedeckt, auch nicht am Reisetag. Das bedeutet, sobald ihr am Zielbahnhof ankommt, solltet ihr ein Ticket lösen um zu eurer Unterkunft zu kommen, falls ihr auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen seid.

Generelle Tipps und Tricks zu Interrail

  1. Reserviert Hostelzimmer und Sitzplätze in Zügen rechtzeitig, besonders zur Hauptsaison und wenn ihr beliebte Reiseziele ansteuern wollt. Sprich: Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Belgien. Mit rechtzeitig meine ich: ruhig drei bis vier Wochen im Voraus.
  2. Besorgt euch eine Kreditkarte. Jaja, heutzutage hat ja jeder eine…. Ich sag euch wer nicht: ICH! Ich habe es auf die harte Tour lernen müssen! Für alle, die Angst haben, ihr Budget zu sprengen, empfehle ich die in Deutschland erhältliche, aufladbare Prepaid-Kreditkarte von STA Travel, die so genannte CashFLEX-Karte. Super für alle Leute wie mich, die immer streng an ihr Budget denken müssen, da sie sonst gerne mal das ein oder andere Paar Sommerschuhe zu viel kaufen 😉 Die Karte funktioniert ähnlich wie eine Mastercard, sie muss nur vorher aufgeladen werden. Die CashFLEX-Karte gibt es auch in Kombination mit dem Internationalen Studentenausweis (ISIC), der euch zusätzliche Vorteile und Vergünstigungen in Europa und der Welt beschert.
  3. Überlegt euch vorher eine Route, legt euch aber nicht zu 100 % fest. Manchmal gibt es einfach keine freien Sitzplätze mehr und dann sollte man eine Alternative haben. Mir hat der Plan B den Hintern gerettet.
  4. Nehmt lieber weniger Gepäck mit, als mehr und reist mit einem Reiserucksack, einem Backpack. Manche Bahnhöfe befinden sich etwas außerhalb, auch muss man oft und schnell Treppen hoch und runter. Da eignet sich ein Trolley nicht wirklich. Gute Backpacks gibt es neu bereits ab 130 €, z.B. von Deuter. Es empfiehlt sich auch mal online, z.B bei Ebay- Kleinanzeigen nach gebrauchten Rucksäcken zu schauen. Oft kann man dort einen guten Schnapper landen. Es empfiehlt sich aber den Backpack vor dem Kauf aufzuprobieren, ihn dabei richtig aufzuziehen und auch mal damit zu rennen und treppauf und treppab zu laufen.
  5. Lasst euer Handy einfach mal aus, geht mal offline. Die Hälfte meiner Reise habe ich offline verbracht. Kein WhatsApp, kein Facebook. Ich habe die Zeit bewusst mit mir alleine verbracht und gemerkt, wie sehr ich das mal gebraucht habe.

Ich bin übrigens Anika, eure STA Travel Ambassadorin an der Uni in Köln. Mehr von meinem Interrail Abenteuer durch Europa und meine ganz persönlichen Highlights aus verschiedenen Ländern, erfahrt ihr demnächst hier an Ort und Stelle.

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Eine Antwort zu “Europa – Tipps und Tricks zu Interrail”

  1. Rob sagt:

    Ich befinde mich gerade auf so einem Trip und finde das sich der Trolley besser eignet. Die paar Treppen am Bahnhof machen den Kohl auch nicht fett ! Ich z.b. benutze einen Rucksack von Osprey den man auch als Trolley hinter sich her ziehen kann.

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