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Essen in Südamerika – Diese Leckerbissen solltet ihr nicht verpassen

Von Gastblogger , 21. Dezember 2017

Lisa und Jens sind mit einem Around the World Ticket von STA Travel in Südamerika, Australien, Neuseeland, Asien und Europa unterwegs gewesen und haben bereits darüber berichtet. Über die kleinen und großen Abenteuer, die sie unterwegs erlebt haben sowie über einige kulinarische Highlights rund um den Globus, schreibt Lisa auf Travelbites.

Kulinarische Leckerbissen in Südamerika

Wie schmecken Empanadas aus Argentinien? Was isst man in den Anden von Peru? Wo gibt es das allerbeste Ceviche? Und was kommt überhaupt in Uruguay auf den Teller?

Für mich ist die Reise in eine Stadt oder ein Land ohne die typischen Bräuche niemals vollständig. Die kulinarische Seite eines Landes gehört für mich genauso wie seine Kultur und seine Menschen einfach dazu. Gerne nehme ich euch daher auf eine kleine Weltreise der Geschmacks-, Geruchs- und Sehsinne mit und stelle euch Gerichte aus einer Vielzahl von Ländern rund um den Globus vor. Wir haben einige Köstlichkeiten, aber durchaus auch kulinarische Besonderheiten probiert. Los geht es in Südamerika, wo im September 2016 auch unsere Weltreise startete.

Für uns Europäer eher ungewöhnliche Dinge kommen in Südamerika ganz alltäglich auf den Tisch. Zum Beispiel Lamafleisch, das wir in Bolivien, mitten in der Salzwüste vom Salar de Uyuni, gegessen haben.

Grundnahrungsmittel in allen Varianten: Maíz & Kartoffeln

Maíz – zu Deutsch ganz einfach Mais – ist einer der favorisierten Bestandteile der südamerikanischen Küche. Er ist günstig und nahrhaft und ersetzt dadurch schon mal andere Beilagen, wie zum Beispiel Kartoffeln. Dabei ist der Mais nicht immer klein und gelb, wie man ihn bei uns kennt, sondern es gibt ihn in allen Größen und Farben, von Hellgelb bis Dunkellila.

Mais wird in Südamerika häufig und in allen erdenklichen Farben und Größen gegessen. Auf dem Markt ausgelegt sieht er besonders schön aus.

Die gelben Körner kann man aber auch verarbeiten und daraus eine köstliche Maismasse herstellen, die dann u.a. hübsch verpackt auf dem Teller landet. Für uns in Europa eher ungewöhnlich, aber definitiv eine Kostprobe wert! Die Humita zum Beispiel ist ein typisches, einfaches Tagesgericht. Und es ist nicht nur in Chile, sondern auch in Argentinien, Bolivien, Ecuador und Peru beliebt. Zubereitet wird die Maismasse dafür aus frischem Mais und wird dann in das Blatt eines Maiskolbens eingewickelt. Zwiebeln, Basilikum und Gewürze verleihen der Humita ihren tollen Geschmack.

Die zugeschnürte Form der Humita ähnelt der einer Fliege, was das Wort auf Spanisch auch bedeutet und der Leckerei zu ihrem Namen verholfen hat.

Aus der Grundmasse der Humita wird in Chile noch ein anderes, sehr traditionelles und vor allem leckeres Gericht gezaubert: Pastel de choclo. Hier dient die Maismasse als Deckel für eine bunte Mischung aus Hackfleisch, Gemüse und einigen weiteren Zutaten, die je nach Belieben variiert werden können. Der Maisauflauf Pastel de Choclo ist vor allem südlich von Santiago, der chilenischen Hauptstadt, verbreitet.

Übrigens gibt es nicht nur zahlreiche Maisarten in Südamerika, sondern auch über 4.000 verschiedene Kartoffelsorten! Die sehen auch größtenteils etwas anders aus, als in Europa bekannt, sind länglich oder farbig. Und wer auf den Gedanken kommt, dass manche der Kartoffeln doch eher aussehen wie Steine, der liegt gar nicht so falsch. Dabei handelt es sich um im Andenhochland traditionell getrocknete Kartoffeln, die man auch Chuño (wenn sie dunkel sind) oder Tunta (die weiße Variante) nennt. Durch mehrmaliges Einfrieren werden die Kartoffeln über Monate oder sogar Jahre haltbar. Um sie wieder genießbar zu machen, legt man sie in ein Wasserbad ein und kocht sie anschließend. Nicht die allerbeste Kartoffel, die wir je gegessen haben, aber auf jeden Fall eine ziemlich gute Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen.

Über 4.000 Kartoffelarten soll es in Südamerika geben! Die erstaunlichsten sind wohl die getrockneten Kartoffeln, die sehr lange gelagert und bei Bedarf durch ein Wasserbad wieder essbar gemacht werden können.

Neben diesen beiden wichtigen Grundnahrungsmitteln gibt es in der südamerikanischen Küche allerlei zu entdecken. Hier lest ihr über bekannte, aber sicher auch einige eher unbekannte Speisen aus Kolumbien, Peru, Bolivien, Uruguay, Argentinien und Chile.

Kolumbien vs. Peru: Wo gibt es das beste Ceviche?

Zunächst möchte ich euch einen südamerikanischen Klassiker vorstellen: frisches Ceviche (manchmal auch auch Cebiche oder Seviche genannt) aus rohem Fisch und Meeresfrüchten. Es wird sowohl an der Küste Kolumbiens, als auch in Peru mit Vorliebe gegessen. Ursprünglich stammt das Gericht vermutlich aus Peru – behaupten zumindest die Peruaner – und die Zubereitung unterscheidet sich in allen südamerikanischen Ländern etwas. Uns hat Ceviche allerdings in Kolumbien am besten geschmeckt!

Kolumbianisches Ceviche, wie wir es zum Beispiel in Santa Marta, direkt an der Karibikküste, gegessen haben, wird von einer rosafarbenen Soße begleitet und oft als Mix aus Fisch und Meeresfrüchten gegessen. Der kleine, proppenvolle Straßenstand etwas abseits der Küste war dabei besonders authentisch für uns. Dort haben wir zwischen Einheimischen und anderen Touristen gesessen und das Ceviche direkt aus einem kleinen Becher gelöffelt.

Ceviche aus Peru wird meistens von einer kleinen Portion Mais sowie weiteren Beilagen begleitet und schmeckt leicht säuerlich. Der Fisch ist roh und wird in recht großen Stücken belassen.

Die Peruaner halten es bei ihrem Ceviche eher ganz einfach. Das Beste peruanische Ceviche haben wir in Lima serviert bekommen. Rote Chilischoten verleihen dem sonst recht trist aussehenden Fischgericht etwas Farbe und außerdem die finale Geschmacksnote. Diese sollte man allerdings später nur mitessen, wenn man es wirklich scharf mag!

Zum Ceviche trinkt man am besten das peruanische Nationalgetränk Nummer 1, Pisco Sour. Es wurde allerdings nicht von einem Peruaner, sondern in den 1920er Jahren von dem Amerikaner Viktor Morris in seiner „Bar Morris“ in Lima kreiert.

Lieblingszutaten der Kolumbianer: Eier, Avocados & Käse

Neben viel frischem Obst und Kokosnüssen findet man einige Zutaten sehr häufig wieder. Das ein oder andere Mal haben wir uns aber schon über die teils kuriosen Essgewohnheiten in Kolumbien gewundert. So bekommt man quasi auf jedem Schnitzel und jedem Stück Fleisch (außer es ist ein wunderbares argentinisches Steak) immer ein Spiegelei serviert und dazu eine Portion Bohnen. Auch Kochbananen und Avocados finden fast immer ihren Weg auf den Teller. Davon haben wir wohl noch nie so viel gegessen wie in Kolumbien.

Auf jedem Teller zum Mittag- oder Abendessen befindet sich ein Ei. Auch die obligatorische Portion Bohnen mit Soße darf in Kolumbien nicht fehlen. Dazu gibt es Reis.

Bereits zum Frühstück gibt es oft eine warme, herzhafte Mahlzeit. Zum Beispiel die Suppe Changua, deren Hauptbestanteile Milch, Ei und Brot sind. Und dazu wird eine Tasse heiße Schokolade mit Käse serviert. Ja, Käse. Weiß und fast geschmacklos schmilzt er am Boden der Tasse und wird anschließend herausgelöffelt. Ein gewöhnungsbedürftiges Geschmackserlebnis, wie wir fanden.

Dann doch statt heißer Schokolade mit Käse lieber mal Helado de queso (Käseeis – haben wir allerdings in Peru gegessen) probieren. Mit einer Portion Zimt oben drauf schmeckt das gar nicht mal so schlecht!

Algenbällchen in Uruguay am Strand & Dia de Ñoquis

In einem kleinen Fischerdorf namens Punta del Diablo, an der südöstlichen Küste von Uruguay, haben wir eine simple wie schmackhafte Kleinigkeit entdeckt: Buñuelos de Algas. Die kleinen frittierten Teigbällchen werden in den hölzernen Strandbuden mit frischen Algen zubereitet. Die Algenbällchen sind eine sättigende Mahlzeit, die man mit einem kühlen Bier genießen kann.

Bei Bestellung von Buñuelos de Algas landen frisch gepflückte Algen in einer gewürzten Eierteigmasse in heißem Öl. Die Zwischenmahlzeit ist günstig und lecker!

Dabei blickten wir auf den Hauptstrand Playa de los Pescadores (Strand der Fischer) mit seinen bunten Holzbooten, die neben dem regelmäßig frischen Fang eben auch die Algen mit an Land bringen.

Eine besondere Tradition hält einmal im Monat auf den Speisekarten in Uruguays Einzug: der Ñoquis-Tag. Dann bekommt man zum Mittagessen überall die italienisch inspirierten Nudeln.

Wer an einem 29. des Monats in Uruguay ist, der darf sich glücklich schätzen: Es ist Ñoquis-Tag! Die etwas abgewandelte italienische Nudelspezialität wird entweder ganz einfach mit Tomatensoße oder auch mit einer schmackhaften Füllung serviert. Der Tradition nach gehört unter den (leeren) Teller am Ende übrigens eine Münze. Haben wir natürlich gemacht.

Nach dem Essen wird in Uruguay Grappamiel, eine Art Honigschnaps, getrunken. Die kleine Flasche hat es danach noch mit auf einige Berge geschafft – denn selbst bei kaltem Wind und Schnee wird einem von nur einem Schluck wunderbar warm.

Argentinische Nationalgerichte: Empanadas & Brot vom Baum

Empanadas sind im Grunde nur halbmondförmige, gefüllte Teigtaschen. Und doch sind sie so viel mehr! Für mich, die ich vor einigen Jahren mal eine Weile in Argentinien gelebt habe, sind sie quasi DER Nationalsnack. Man kann sie zu jeder Gelegenheit und zu jeder Tageszeit essen. Noch dazu gibt es sie mit so vielen unterschiedlichen Füllungen, dass man eine Weile braucht, um sich durchzuprobieren.

Empanadas gibt es auch in vielen anderen Ländern Südamerikas und in etwas anderen Varianten (z.B. in Bolivien). Aber in Argentinien werden sie – ausnahmsweise – nicht frittiert, sondern im Ofen gebacken und schmecken daher einfach am besten!

Gefüllt werden die Teigtaschen mit verschiedensten Leckereien: Hackfleisch, Hühnchen, Mais, Spinat, Schinken, Käse und vieles mehr. Die Zutaten und Rezepte für die Empanadas variieren je nach Provinz etwas. Das Tollste aber ist für mich immer noch die Kennzeichnung der unterschiedlichen Füllungen: Jeder Rand ist sehr kunstvoll anders gefaltet und es gibt mehrere Dreiecksformen von Empanadas. Kleine Kunstwerke, die so lecker schmecken!

Auf den ersten Blick wirken diese pilzähnlichen Auswüchse auf Bäumen und Sträuchern erstmal nicht essbar. Doch Pan del Indigo kann man tatsächlich essen – auch wenn es sehr wenig Geschmack hat.

Wer etwas Ungewöhnliches in Argentinien probieren möchte, der findet es direkt in der Natur: Pan del Indigo (Brot des Indigo). Das pilzartig aussehende Gewächs wuchert auf Ästen und ist nicht wirklich lecker. Wir würden es wohl eher als geschmacksneutral bezeichnen. Da es aber ganz natürlich vorkommt, war es vor allem bei den ursprünglichen Bewohnern im Süden Argentiniens beliebt. Denn es war bei Wanderungen und auf Jagd stets verfügbar.

Allerlei aus Chile: ungewöhnliche kulinarische Erfahrungen

Schmal und ewig lang schlängelt sich Chile an der Westküste Südamerikas entlang. Und wo es so viel Zugang zum Meer gibt, da landet auch des Öfteren mal etwas aus Selbigem auf dem Teller. Eine so verrückte Variante des Muscheleintopfes wie auf der grünen Insel Chiloé haben wir allerdings noch nirgendwo gegessen. Dort bekommt man im Topf des einheimischen Gerichtes Curanto neben Muscheln direkt noch verschiedene Sorten Kartoffeln und Fleisch serviert!

In den Lokalen (Cocineras) direkt am kleinen Hafen von Dalcahue bekommt man unter anderem den etwas sonderbar aussehenden, aber typisch chilotischen Eintopf Curanto aufgetischt.

In der Hauptstadt Chiles bekommt man im Sommer ein besonderes Getränk an zahlreichen Straßenständen zu kaufen. Mote con Huesillo sieht zugegebener Maßen nicht besonders lecker aus, ist aber sehr erfrischend und gleichzeitig eine Art Zwischenmahlzeit. Dahinter verbirgt sich ein recht süßes, bernsteinfarbenes Getränk mit getrockneten Pfirsichen (huesillos) und Weizengraupen (mote). So schmeckt für uns der chilenische Sommer!

Sieht komisch aus, schmeckt aber! An vielen Straßenständen und Kiosks in Santiago de Chile gibt es kühles Mote con Huesillo zu kaufen.

Die Rezepte zu einigen der hier vorgestellten Gerichte und noch viel mehr Infos zum Essen in Südamerika und seinen Besonderheiten findet ihr auf unserem Blog.

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Eine Antwort zu “Essen in Südamerika – Diese Leckerbissen solltet ihr nicht verpassen”

  1. Christiane sagt:

    Whow, was die Welt alles an Leckereien zu bieten hat.
    Muß man wohl mal probiert haben

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