Reiseplanung

Mit dem Camper um die Welt: viele Tipps für euren Roadtrip

Von Die STA Travel Reiseexperten , 02. November 2018

Um 7 Uhr morgens machte ich mich auf den Weg mit dem Zug nach Freiburg im Breisgau. Hier fand eine Camper Schulung für einige unserer Reiseexperten aus den STA Travel Reisebüros in West- und Süddeutschland sowie der angrenzenden Schweiz statt. Ich bin Frank, arbeite im STA Travel Headoffice in Frankfurt und kümmere mich um die Inhalte auf unseren Webseiten.

Treffpunkt ist um 10 Uhr auf einem Campingplatz ganz in der Nähe des schönen Flusses Dreisam. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde teilt uns Julian, unser Produktverantwortlicher für Camper und Organisator dieser Schulung, in 4 Gruppen ein. Ich bin gemeinsam mit Reiseexperten aus Zürich, Karlsruhe, Freiburg, Frankfurt und Wiesbaden in einer Gruppe. Insgesamt stellen sich heute 4 Camperanbieter vor: Jucy für Kanada, Mighty für Australien und Neuseeland, Cruise America für komplett Nordamerika sowie Britz für das südliche Afrika.

Roadtrip olé: alle Infos der Camper

Camper in den USA

Wir starten mit dem größten Camper heute, einem Model des US Autobauers Ford von Cruise America. Schon von außen ist das Wohnmobil echt beeindruckend. Das ideale Fortbewegungsmittel für die weiten Highways und Nationalparks in den USA. Nicola von Cruise America gibt uns zunächst einige interessante Infos zum Unternehmen. Der Campervermieter kann auf 45 Jahre Erfahrung zurückgreifen und hat über 4.000 Fahrzeuge im Einsatz. In den USA gibt es über 20 Anmiet- und Abgabestationen. Bei STA Travel kann man aus 4 verschiedenen Fahrzeugtypen wählen, den kleineren T17 &  C19 Campern,  dem großen C30 sowie dem „Klassiker“ C25, den wir heute begutachten dürfen. Damit man sich nach einem ermüdenden Interkontinentalflug nicht direkt hinters Steuer setzt, sind Anmietungen erst 1 Tag nach Ankunft möglich. Zudem muss man mindestens 21 Jahre alt sein, um einen solchen Camper fahren zu dürfen.

Wie ist der Camper ausgestattet?

Im Innenraum findet ihr alles, was ihr für einen Roadtrip im Land der unbegrenzten Möglichkeiten braucht. Für die Essenszubereitung stehen ein Gasherd sowie eine Mikrowelle zur Verfügung. Eure Lebensmittel und Getränke könnt ihr im geräumigen Kühlschrank mit Gefrierfach und den zahlreichen Staufächern unterbringen. Es gibt fließend kaltes und warmes Wasser, eine Warmwasserdusche und sogar eine Toilette mit Wasserspülung. Schlafgelegenheiten stehen für max. 4 Erwachsene & 1 Kind zur Verfügung: 2 Doppelbetten, das größte über der Fahrerkabine, und ein weiteres hinten links im Camper sowie ein Einzelbett gegenüber der Eingangstür, wo sich tagsüber der Essbereich befindet.

Für eine angenehme Raumtemperatur sorgen eine Klimaanlage und eine Heizung. Den Ladezustand der Batterien und des Generators sowie die Füllstände der Frisch- und Abwassertanks sowie des Flüssiggastanks kann man leicht über das Bedienfeld direkt links am Eingang ablesen. Alles in allem sind alle Bedienelemente recht einfach gehalten, im Vergleich zu einem modernen PKW. Wie in den USA üblich, verfügen alle Wohnmobile über eine Automatikschaltung. Zudem gibt’s noch einen Tempomat zum entspannten fahren.

Nachdem wir den Innenraum ausgiebig begutachtet haben, zeigt uns Nicola nun die Stauräume außen sowie die Zugänge zu den Tanks. Der Frischwassertank umfasst 150l, Grey(Brauch)- und Black(Schmutz)-Wassertanks sind je ca. 90l groß. Tipp: Sucht euch am besten Stellplätze, die ein „Full Hook-Up“ anbieten, also Strom-, Frisch- und Abwasseranschlüsse anbieten. Die Schmutzwassertanks müssen ca. alle 3 Tage geleert werden. Wenn’s mal Probleme mit dem Camper gibt, ihr liegen bleibt oder einen Unfall habt, die Travellers Assistance von Cruise America ist 24/7 erreichbar und hilft euch weiter.

Wie ist der Verbrauch und wie hoch sind die Mietkosten?

Ihr fragt euch sicher, was so ein Wohnmobil in der Größe verbraucht? Mit 20 -25l Benzin auf hundert Kilometern könnt ihr laut Nicola schon rechnen. Bei den Spritpreisen in den USA ein noch erträglicher Wert. 1 Gallone, etwa 3,8l, kosten zurzeit je nach Staat zwischen 2,8-3,5 USD. In den Tank passen etwa 200l Benzin. Eine komplette Tankfüllung kostet euch also etwa 150 USD.

Die Tagesmiete ist eine sogenannte Flexrate, also die Preise richten sich nach Saison, An-/Abgabestation und Verfügbarkeit. Der aktuelle Tagessatz an deinem Buchungstag bestimmt dann auch den Preis für deinen Reisezeitraum. Der Mietpreis setzt sich dabei aus verschiedenen Komponenten, wie z.B. der Tagesrate, Ausrüstung und den Freimeilen zusammen. Die Reiseexperten in unseren Shops ermitteln euch gerne den gerade aktuellen Preis.

Camper für’s Südliche Afrika

Nachdem wir das größte und komfortabelste Wohnmobil anschauen konnten, stand nun ein kleineres Gefährt mit weniger Komfort auf dem Programm: Ein Camper für die Safaris im südlichen Afrika des Anbieters Britz. Klar, dass hier nicht der Komfort im Vordergrund steht, sondern Geländetauglichkeit und Zuverlässigkeit, weshalb das Modell auch über Allrad-Antrieb verfügt. Den haben übrigens alle Britz Fahrzeuge in Südafrika, Namibia und Botswana.

Der Safari Camper: wie ist der Camper ausgestattet?

Das Fahrzeug hat zwar 4 Sitz- und Schlafplätze, eignet sich aber wegen der bescheidenen Beinfreiheit im Fond eher für 2 Erwachsene und 2 Kinder. Natürlich hat Britz aber auch Fahrzeuge im Angebot, mit dem ihr mit 3 oder 4 Erwachsenen auf Safari gehen könnt. Die beiden Zelte befinden sich fest installiert auf dem Dach und sind in 5-10 Minuten aufgebaut. Der Abbau dauert nur geringfügig länger. Die Liegefläche pro Zelt liegt bei 210x120cm, also ausreichend Platz. Die Einweisung für die Fahrzeuge vor Ort dauert ca. 2 Stunden. Hier werden euch neben dem Auf- und Abbau der Zelte auch gezeigt, wie man bei einer Panne einen Reifen wechselt. Nachtfahrten sind nicht erlaubt, genauso wie das Wildcampen.

Wie ist der Verbrauch und wie hoch sind die Mietkosten?

Das Modell von Nissan hat einen 140l Tank und verbraucht nach Angaben von Gerd von Britz ca. 12-15l Diesel. Der Dieselpreis liegt bei etwa 1 Euro/Liter. Die Haupt Anmiet-/Abgabestationen sind Kapstadt und Johannisburg in Südafrika, Windhoek in Namibia und Maun in Botswana. Für den Mietpreis ist auch hier die aktuelle Tagesrate bei Anmietung entscheidend und nicht der Reisezeitraum. Zusätzlich kommen vor Ort noch eine Handling Fee von ca. 150 Südafrikanischen Rand  (ca. 9 Euro) dazu und, wenn ihr vorhabt die Landesgrenzen zu übertreten, eine “Cross Border Fee” von ca. 650 Rand (40 Euro). Die Gebühren für einen Stellplatz in einem der Nationalparks in Südafrika liegen zwischen 20-25 Euro pro Tag, in Namibia zwischen 30-35 Euro und in Botswana teilweise über 100 Euro! Im Falle eines Unfalls oder einer Panne steht euch von 8 – 22 Uhr ein Road Assistance Service zur Verfügung. Bei kleineren Problemen helfen aber auch meist die Einheimischen sehr gerne.

Hier noch einige praktische Tipps für einen Roadtrip im Süden Afrikas von Gerd:
– Keinen Schmuck tragen
– Nicht mehr als 200km pro Tag fahren
– Geschwindigkeit möglichst unter 100km/h
– stets vorsichtig und aufmerksam fahren
– Gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Südafrika & Namibia (z.B. SPAR Märkte, bei denen es sogar deutsche Produkte gibt.)
– Fleisch sollte man einschweißen lassen

Camper in Kanada

Nach einer kurzen, leckeren Mittagspause im benachbarten Restaurant ging es für mich und meine Gruppe weiter mit dem Anbieter Jucy, der seine Fahrzeuge für Kanada vermietet. Ilona stellt uns den Trailblazer Van vor, das einzige Modell des ursprünglich in Neuseeland gegründetem Familienunternehmens.

Wie ist der Camper ausgestattet?

Der Minicamper verfügt über einen 35l Kühlschrank, einen Gaskocher mit 2 Kochstellen und ein Waschbecken. Der Frischwassertank ist 20l groß, der Abwassertank fasst 25l. Die Gaskatuschen halten für ca. 2-3 Tage.  Jedes Fahrzeug hat zwei Batterien, die durch das Fahren wieder aufgeladen werden. Man hat injedem Fall immer ausreichend Strom, um das Fahrzeug auch nach längerer Standzeit wieder starten zu können. Insgesamt gibt es 4 Schlafgelegenheiten, je zwei im Innenraum und zwei im Aufbau auf dem Dach. Die Liegefläche ist 198x120cm mit einer komfortablen Matratze. Der Aufbau lässt sich kinderleicht am Standplatz per Kurbel hochfahren und genauso leicht wieder einfahren, bevor es wieder weiter geht. Auch der Umbau vom Sitzplatz zum Schlafplatz im Innenraum ist sehr handlich. Prinzipiell finden hier 4 Erwachsene Platz, Jucy empfiehlt aber eine Anmietung für 2 Erwachsene (und bis zu 2 Kinder). In einer speziellen Vertiefung im Innenraum ist sogar noch genügend Stauraum für euer Gepäck.

Wie ist der Verbrauch und wie hoch sind die Mietkosten?

Alle Fahrzeuge haben, wie in Nordamerika üblich, ein Automatikgetriebe. Der Verbrauch des Vans liegt bei ca. 13 Litern Benzin bei einem Tankvolumen von 75l. Bei Mietabschluss sollte man unbedingt darauf achten, dass ein ausreichender Versicherungsschutz vorhanden ist. Wie sicher jeder weiß, ist Nordamerika bekannt für eine extreme Klagesumme vor Gericht. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt Ilona das All inklusive Paket. Tipp: Bei der Buchung der Inklusivkilometer lieber zu viele Kilometer als zu wenig angeben, sonst kann es später teuer werden. Man kann zwischen einem 100 Meilen-, einem 500 Meilen- und einem unbegrenzten Meilen-Paket wählen. Zudem könnt ihr bei Einweg-Mieten sparen, bei denen ihr nur einfache Strecke fahrt! Die Anmietung ist ab 21 Jahren möglich. Achtung: Die Verleihstation für Vancouver liegt ca. 45 Fahrminuten vom Flughafen entfernt auf USA Gebiet. Zur Anmietung ist also ein Grenzübertritt notwendig. Am günstigsten kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin oder Jucy organisiert ein Shuttle.

Camper mieten in Australien & Neuseeland

Ales letztes empfängt uns Martin von THL (Tourism Holdings Limited), einem Unternehmen aus Neuseeland, welches sich auf Campervermietungen spezialisiert hat. Er erklärt uns zunächst einmal den Unterschied der verschiedenen angebotenen Marken von THL. Der Camper-Anbieter Maui setzt beispielsweise nur Fahrzeuge ein, die nicht älter als 2 Jahre sind, die Britz Camper sind meist zwischen 2-4 Jahren alt und bei Mighty ist die Fahrzeugflotte etwas älter als 4 Jahre. Dementsprechend ist natürlich auch die Preisgestaltung.

Das Fahrzeug, welches uns Martin vorstellt, ist der Jackpot Camper von Mighty. Das Modell ist zusammen mit dem Highball Camper das kleinste in der Fahrzeugflotte.

Wie ist der Camper ausgestattet?

Der Camper ist voll ausgestattet mit einem Kühlschrank, Waschbecken, Töpfen, Pfannen, Geschirr, Handtücher etc., welche bereits im Mietpreis enthalten sind. Es gibt drei Schlafplätze, ein leicht aufzubauendes Doppelbett im Innenraum sowie eine Hängematte zum Übernachten unter dem australischen Sternenhimmel. Zum Startpaket gehören zudem drei Gaskartuschen zum Kochen, ein Basis Erste-Hilfe-Set sowie eine tragbare Toilette (in Neuseeland). Zudem verfügt das Fahrzeug über zwei Batterien für die Stromversorgung und genügend Stauraum gibt’s unter den Sitzplätzen. Am besten verzichtet man bei seiner Reise auf unflexible Hartschalen-Koffer und nimmt lieber Reisetaschen oder Backpacks, da diese leichter zu verstauen sind.

Praktisches Extra

Martin zeigt uns das Tablet, welches jeder Camper mit an Bord hat. Darauf findet man beispielsweise das Camper Bedienungsvideo, welches man bei der Einweisung gezeigt bekommt, ein Navigationssystem sowie auch die praktische CamperMate App, die einem die Highlights der durchfahrenen Region anzeigen, Campingplätze und Tankstellen in der Umgebung sowie weitere nützliche Infos bereitstellt.

Hier noch einige praktische Tipps von Martin

Für eine Anmietung in Neuseeland empfiehlt Martin das Hinzubuchen der “Local Stays” Mitgliedschaft. Für 59 Neuseeländische Dollar kann man seinen Camper bei teilnehmenden Bauernhöfen, Lavendelfarmen, Restaurants oder Mikrobrauereien abstellen und kommt so auch gleich ganz leicht in Kontakt mit den Einheimischen. Ein weiterer Tipp zum Geldsparen ist das Umkehren der typischen Reiserouten. Fährt man in Neuseeland z.B. von Christchurch in Richtung Auckland oder in Australien von Norden nach Süden statt wie meist üblich anders herum, sind die Camper-Mieten deutlich günstiger. Auch in der Nebensaison von April bis Oktober ist es günstiger!

In Australien und Neuseeland gibt es im Gegensatz zu Nordamerika keine Sperrzeiten, d.h. ihr könnt sofort nach Ankunft am Flughafen zum kostenlosen Shuttle-Service begeben, an den Stationen euer Fahrzeug in Empfang nehmen und losfahren. Wenn ihr vorher einen Online Check-In macht, geht’s sogar noch schneller. Anmietungen sind bei Mighty bereits ab 18 Jahren möglich.

Für alle Länder gilt, dass ihr auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten solltet und neben einem internationalen Führerschein euren normalen Führerschein mitführt.

Am Ende eines spannenden Tages voller neuer Infos & praktischer Tipps gibt’s noch ein schnelles Gruppenbild mit allen Teilnehmern. Danach machen sich alle wieder auf dem Heimweg, voller Vorfreude, euch mit dem heute gelernten zukünftig noch besser bei eurer Camper-Anmietung beraten zu können.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.