Peru: Vielfalt von A bis Z

Norman Röhlig ist nicht nur Berater, Geschäftsführer und Autor, sondern auch Herausgeber von i-ref.de, einem Online-Kulturmagazin, das er im Sommer 2009 als Herzensprojekt gegründet hat. Denn Normans größte Leidenschaft ist die Welt des Reisens. Allein 80 abenteuerliche Touren laufen seit den letzten Jahren auf Normans Konto. Jetzt hat es ihn in die unendlichen Weiten Perus verschlagen. Grund genug euch das kulturelle Alphabet des südamerikanischen Landes mal von A bis Z vorzustellen!

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Peru von A bis Z

A-YAHUASCA: Als „Seelenranke“ oder „Liane der Geister“ bezeichnet, stellt der aus Lianen und Kaffeesträuchern bestehende Pflanzenmix ein wichtiges Heilmittel der Urvölker Perus dar. Das Gemisch wirkt durch den Stoff N,N-Dimethyltryptamin kurz: DMT stark psychedelisch und versetzt den Konsumenten in einen extremen Trance-Zustand. Mittlerweile erfreut sich die Droge auch in westlichen Breiten größter Beliebtheit, wo sie aber oft für Rauschzustände missbraucht wird. Da Ayahuasca die Psyche des Konsumenten stark in Anspruch nimmt, ist es ratsam, den Einnahmeprozess mit professioneller Hilfe zu begleiten, wie mit kundigen Schamanen und Ureinwohnern.

B-ESTE REISEZEIT IST… unterschiedlich, je nach Region in die man reisen möchte. Wer sich lieber an der südlichen Pazifikküste aufhalten möchte, dem seien die Monate von Dezember bis April ans Herz gelegt, denn sonst muss man mit starkem Nebel und dichter Bewölkung rechnen. Wen es in die Berge für Outdoor-Aktivitäten verschlägt, kann mit gutem Wetter von Mai bis September rechnen, in denen es weitergehend trocken ist. Für Reisen in den Regenwald gibt es nicht wirklich eine optimale Reisezeit, da es hier eigentlich durchgehend regnerisch ist.

C-UZCO: Die Stadt, die auf Quechua „Nabel der Welt“ heißt, war früher die Hochburg der Inka-Kultur. Außerdem war Cuzco, bis zur Eroberung durch die Spanier, die Hauptstadt des Landes und somit politisches, religiöses und kulturelles Zentrum Perus. Heute gilt sie als Ausgangspunkt für Touren in die berühmte Andenstadt Machu Picchu. Die bis heute erhalten gebliebenen Inka-Ruinen in Cuzco und die Innenstadt mit ihren Kolonialbauten wurden 1983 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.

D-SCHUNGEL: Wer nach Peru reist, kommt an einer Tour durch den Urwald um den Amazonas einfach nicht vorbei. Der Dschungel erstreckt sich im nördlichen Südamerika, unter anderem auch in Peru. Hier findet man eine vielfältige Flora und Fauna, unter anderem die meisten Schmetterlingsarten der Welt.

E-LDORADO: Viele Mythen ranken sich um diesen Begriff, der „Der Goldene“ übersetzt heißt. Erst wurde damit ein Mann betitelt, dann eine Stadt und schließlich ein ganzes Land. Der Sage nach brachte jeder neue Herrscher der Muisca, eines Chibcha Volkes, Opfergaben für den Sonnengott in den Bergsee Guatatvita dar. In vielen Erzählungen wird der Bergsee auch durch einen Tempel oder einer verlassene Stadt im Dschungel ersetzt. Die Lokalisierung der Goldgrube vermutet vielen Theorien nach in den peruanischen Amazonaswäldern.

F-ARBIGE BERGE: In der Nähe vom Machu Picchu befindet sich der Vinicunca, auch „Rainbow Mountain“ genannt. Und tatsächlich sieht der Berg so aus, als wäre er auf der anderen Seite des Regenbogens: Durch die Ablagerung verschiedenfarbiger Mineralien entstand eine bunte Bodenlandschaft, die sich durch die dynamische Plattentektonik weiter ausbreitet.

G-EBIRGE: Peru ist ein sehr hoch gelegenes und gebirgiges Land. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Gebirgsketten, davon sind die Anden die bekanntesten. Die Anden ist die am längsten (über dem Meeresspiegel befindliche) Gebirgskette und das höchste Gebirge außerhalb Asiens. Die Anden erstrecken sich mit insgesamt 7.500 Kilometern entlang der Westküste Südamerikas von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile.

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H-ÖCHSTE STADT DER WELT: Die höchste Stadt der Welt befindet sich in Peru! Genauer gesagt handelt es sich um die Siedlung La Rinconada, die auf 5.100 Meter über dem Meeresspiegel im Andengebirge liegt. Haupteinnahmequelle der Stadt sind die Goldminen, die sich in der Nähe befinden. Dabei arbeiten die Goldgräber 30 Tage lang ohne einen Lohn zu bekommen und am 31. Tag dürfen sie sich so viel sie tragen können aus den Goldminen mitnehmen. Allgemein gibt es in La Rinconada kein fließendes Wasser und keinen Strom, was die Lebensverhältnisse deutlich erschwert.

I-NKA: Die Inka waren eines der größten indigenen Völker Südamerikas. Sie herrschten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert und ihre Reich erstreckte sich von Ecuador bis Argentinien und Chile. Die Hauptstadt des Urvolkes war das kulturelle und politische Zentrum Cuzco.

J-AGUAR: Das stolze Raubtier war ein wichtiges Symbol für südamerikanische Urvölker. Sie assoziierten das Tier mit Macht und Stärke und widmeten ihm viele wertvolle Objekte. Auch heute noch kann man die Wildkatzen in freier Laufbahn in den Tiefen des peruanischen Regenwaldes finden.

K-ULINARISCHE KÖSTLICHKEITEN: Die peruanische Küche steckt voller Überraschungen und schmackhafter Leckerbissen. Traditionelle Grundnahrungsmittel sind Mais und Kartoffeln, daran hat sich seit Jahrtausenden nichts geändert. Das Nationalgericht ist Ceviche, roher Fisch in Limettensaft mariniert, simpel aber extrem lecker. An den Straßenständen werden häufig Rinderherzen am Spieß als Snack verkauft. Man findet oft auch cuy auf der Speisekarte, also Meerschweinchen. Allein die vielen regionalen Gerichte, die durch die vielfältigen Einflüsse der Einwanderer Perus geprägt wurden, sind definitiv eine Verkostung wert! Nicht umsonst gilt die peruanische Küche als eine der besten der Welt.

L-AMAS: Lamas gehören zu Peru wie Koalas zu Australien. Die felligen Vierbeiner stammen ursprünglich von Kamelen ab und wurden von den Inka als Transportmittel benutzt. Doch Lama ist nicht gleich Lama: Es wird in drei Unterarten von Lamas unterschieden: Alpakas, Guanakos und Vikunjas. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihre Größe und Wolle. Wenn sich Lamas schlecht behandelt fühlen, können sie einen auch mal anspucken und fleißig um sich treten. Don’t mess with a lama!

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M-ARIO TESTINO: Geboren in der peruanischen Hauptstadt Lima, zählt Mario Testino zu den bedeutendsten lebenden Modefotografen der Welt. Er fotografierte schon für die Hochglanzmagazine „VOGUE“ und „Vanity Fair“ und lichtete berühmte Persönlichkeiten wie die Supermodels Kate Moss und Naomi Campbell sowie Jessica Alba und Selma Hayek ab. Außerdem eröffnete er 2012 in Lima die Kulturorganisation „Mate“, die sich für die Förderung peruanischer Künstler einsetzt.

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N-ASCA LINIEN: Die Nasca-Linien von peruanischen Ureinwohnern sind quasi Graffiti von vor 2.000 Jahren gewesen. Die riesigen Scharrbilder zeigen mystische Tierbilder und Fruchtbarkeitssymbole und breiten sich auf einer Fläche von 200 km² aus. Die Linien sind bis zu 20 Meter lang und sind dadurch entstanden, dass man die obere Gesteinsschicht entfernt hat. Bis 1924 waren die Linien unentdeckt, erst die Passagiere kommerzieller Fluglinien erblickten das Phänomen durch die Fensterscheibe. Seit 1994 gelten die Nasca-Linien als UNESCO Welterbe.

O-BLIGATORISCH: Was gehört auf die Packliste, wenn es euch nach Peru verschlägt? Je nachdem, was für Aktivitäten ihr plant, müsst ihr unterschiedliche Sachen beachten. Immer good to have: ein kleiner Tagesrucksack, für Tagestouren, Moskito Spray und einen Flipbelt, der praktischer ist als eine gewöhnliche Bauchtasche.

P-OZUZO: Ich bin ein Österreicher, holt mich hier raus! Pozuzo ist eine kleine Stadt mitten im peruanischen Regenwald, die sich als „einzige österreichisch-deutsche Kolonie der Welt“ bezeichnet. Hier stehen Wiener Schnitzel und Kartoffelsalat auf dem Speiseplan, die Bewohner wohnen in Holzhäusern mit Spitzdächern. 1857 machten sich eine Gruppe von Österreichern auf den Weg, in Peru ein besseres Leben anzufangen und siedelten sich in Pozuzo an.

Q-UINOA: Quinoa ist DAS Trendfood 2016. Das „Pseudogetreide“ ist in Südamerika eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und wird auch als „Inkareis“ bezeichnet. Quinoa zählt zu den Gänsefußgewächsen und hat Ähnlichkeiten zu Spinat und Roter Beete. Es enthält viel Proteine, Kalzium und essentielle Aminosäuren und sättigt schnell den Körper. Ein echtes Superfood also!

R-ANDOM FACT: In Peru liebt man Meerschweinchen! Allerdings nicht zum Kuscheln, sondern zum Essen. Gebratenes Meerschweinchen, „Cuy chactado“ genannt, wird in ganz Peru oft und gerne vernascht. 60 Millionen Nager landen jährlich in peruanischen Kochtöpfen. Frisch vermählten Hochzeitspaaren soll der Genuss der Nagetiere Glück bringen.

S-URFEN: Mit einer Küstenlinie von 2.500 Kilometern eignet sich Peru perfekt fürs Wellenreiten. Die bekanntesten Surfspots befinden sich bei der Hauptstadt Lima und im Norden bei Chicama. Am Besten reist man zum Surfen in den Sommermonaten Dezember bis Mai, in denen es weitestgehend trocken ist und die Wassertemperatur bis zu 20 Grad erreicht. Wellen gibt es aber das ganze Jahr über.

T-ITICACASEE: Der See, dessen Name aus einem Pipi-Langstrumpf-Roman stammen könnte, heißt frei übersetzt „Puma-Felsen“ und soll auf die katzenähnliche Form des Sees andeuten, wenn man die Karte von Peru auf den Kopf dreht. Er ist der zweitgrößte See Südamerikas und liegt zur Hälfte in Peru und in Bolivien. Mit 8.288 km² ist er ca. 15 mal so groß wie der Bodensee. Auf dem Wasser befinden sich „schwimmende Inseln“, die auch heute noch von den Uro-Indianern bewohnt werden.

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U-ROS: Das oben genannte Volk zeichnet sich nicht nur durch seine ungewöhnliche Behausung aus, sondern auch durch den Fakt, dass es sich um das älteste Urvolk Südamerikas handelt! Sie sollen die Nachfahren der ersten Andenbewohner sein, die sich dort vor 3.700 Jahren angesiedelt haben. Durch ihren schwimmenden Wohnraum konnten sich die Uros bei Kämpfen mit anderen Völkern auf die Mitte des Sees zurückziehen und wurden so nie z.B. von den Inkas besiegt. Ihre Häuser und die Inseln stellen sie aus dem Totora-Schilf her, das auf dem Boden des Titicacasees wächst.

V-ÖLKER: Auch heute noch gibt es in Peru 77 Ethnien und 68 verschiedene Sprachen. Man schätzt, das 14 bis 30 Prozent der heutigen peruanischen Bevölkerung indigenen Völkern angehören. Das größte existierende Volk sind die Quechua, denen 8 Millionen Menschen angehören. Ihre Sprache gehört auch zu einer der Landessprachen Perus. Auch wir haben einige Begriffe ins Deutsche übernommen: Begriffe wie Puma, Kondor oder Lama finden sich auch in der peruanischen Sprache wieder.

W-ELTWUNDER: Neben den bereits erwähnten Welterbestätten, wie Cuzco und den Nasca-Linien, ist ein weiteres bekanntes Bauwerk von der UNESCO als besonderes Kulturgut ausgezeichnet worden: Die Inkazitadelle Machu Picchu! Erbaut wurde sie um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Pachacútec Yupanqui. Die Stadt ist terrassenförmig aufgebaut und durch ihre versteckte Lage sehr gut erhalten geblieben. Die Inkastätte konnte bis zu 1000 Personen beherbergen und versorgen. Seit 1983 ist Machu Picchu ebenfalls ein Weltkulturerbe.

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X-FACH GESEHEN HABEN MUSS MAN: Die Landeshauptstadt Lima. Die Stadt mit ihren etwa 8 Millionen Einwohnern ist ein kultureller Hotspot mit vielen Museen, Universitäten und coolen Events. Direkt am Meer gelegen, bietet Lima Hauptstadtflair und dient gleichzeitig als Urlaubsort.

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Y-OU SHOULDN’T MISS: Das Oasen-Dorf Huacachina. Nach einer vierstündigen Autofahrt von Lima aus, erreicht man einen wunderschönen grünen Flecken inmitten der Wüstenlandschaft. Früher als Wellness- und Erholungsort der Reichen und Schönen gedacht, kann man sich heute leider kaum noch in den Lagunen und Gewässern vergnügen. Die angesiedelten Hotels und Ressorts bieten aber erfrischende Alternativen. Huacachina ist auch ein guter Spot für das immer beliebtere Sandboarding.

Z-IKA VIRUS: Das Zika Virus wird durch die Gelbfiebermücke übertragen und ist besonders für Schwangere gefährlich. Es kann fieberähnliche Symptome auslösen und hat oft Fehlbildungen bei Neugeborenen zur Folge. Doch kein Grund zur Panik: Im Gegensatz zu anderen südamerikanischen Ländern wie Brasilien stellt das Virus in Peru keine Gefahr dar.

 

Noch mehr Inspiration, Reisegeschichten und haufenweise tolle Bilder von seiner Peru Reise, teilt Norman übrigens auf i-ref.de, Facebook und Instagram. Also unbedingt vorbeischauen und sich eine ordentliche Portion Fernweh einfangen!

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