Bali – Surfen für Anfänger

When on Bali, do as the balinese do… Oder so ähnlich. Gegen Ende meiner Reise durch Indonesien wollte ich auf jeden Fall ein paar Tage Surfen. Warum? Nun ja, als Wellenherz hatte ich schon einmal beim Windsurfen etwas Blut geleckt und wenn ich schon einmal auf Bali sein würde, wollte ich DEN Sport auf Bali schlechthin, also Surfen, auch ausprobieren.

Surfkurs auf Bali in klein und handlich

Wohl wissend, dass ich z.B. nach zwei Tagen mit dem Snowboard auf der Piste vor Muskelkater schon kaum mehr laufen kann, wollte ich mir nicht unbedingt eine ganze Woche Surfkurs bzw. ein Surfcamp auf Bali geben. Vor allem wusste ich ja nicht einmal, ob das ganze Yeeew und so, überhaupt meiner Wellenlänge entsprechen würde. Und bei drei Wochen Reisezeit in Indonesien eine komplette Woche aufs Surfen zu verwenden, womöglich noch von morgens bis abends – nicht mit mir. Da las ich etwas, das ziemlich genau meiner Vorstellung entsprach: Surf & Stay. Untergebracht im shared twin room in Canggu in einem coolen Surfer Hotel, war die Suche nach einer Unterkunft hinfällig und jeden Morgen eine Surflektion inkl. Transfer zum Strand und zurück, sowie dem nötigen Equipment. Surfen für Anfänger mit viiiel Freiraum – wie für mich gemacht!

Surf & Stay in Canggu

Zum Sportprogramm während meiner Indonesienreise in den 2,5 Wochen zuvor, zählte: lecker Essen, ein Vulkantrekking, hier und da etwas gehen, Massagen, schnorcheln, schwimmen und extreme Rollerfahring. Kurz: bei meiner Ankunft in Canggu war ich fit wie ein Turnschuh! Na, das konnte interessant werden…

Da ich von der Küste von Amed im Osten angereist war, wollte ich erst einmal entspannt ankommen. Der letzte Tag des „Surf & Stay“, war auch der Tag meines Rückfluges nach Java und dann weiter nach Deutschland. Also hatte ich insgesamt zwei Verlängerungsnächte zu meiner 3 Tage/2 Nächte Option dazu gebucht.

Den Vorabend verbrachte ich mit den bisherigen alten und neuen Teilnehmern des aktuellen „Surf & Stay“ sowie drei der super entspannten Coordinators von Mojosurf: nach einem gemütlichen Essen, wanderte ich gemeinsam mit einer frisch kennengelernten Mit-Surferin noch ins „Old Man’s“ auf ein Bierchen. Das „Old Man’s“ ist eine DER Institutionen in Canggu und hier gilt tatsächlich „sehen und gesehen werden“ als oberstes Gebot. Andererseits ist es meistens wohl so voll, dass man kaum auffällt 😉

Tag 1 – Aller Anfang ist…

Die Coordinators hatten uns vorbereitet: um 8.30 Uhr sollte es losgehen, um die ersten Wellen in Angriff zu nehmen. Ich gönnte mir ein leckeres Frühstück auf der Dachterrasse des Surfer-Hotels. Eh ich mich versah, saß ich, mit Flip Flops, Bikini und Boardshorts bewehrt, bereits mit weiteren Surfern, den balinesischen Instructors und Budha, dem Fahrer, im Bus mit Kurs Richtung Kuta Beach. Die Musik wurde aufgedreht, irgendwann sangen alle mit und wir kämpften uns gut gelaunt durch das Verkehrschaos.

Am Kuta Beach angekommen, verfrachteten wir erst einmal die Boards an den Strand.

surfen für anfänger

Super wichtig: man bekommt zwar ein Longsleeve, das den Oberkörper etwas vor der Sonne schützt, aber eincremen mit LSF 50+ ist ein Muss um nicht der spätmorgendlichen Sonne zum Opfer zu fallen. Man verbringt während der Surflektion etwa 2 Stunden ununterbrochen im und auf dem Wasser. Mein „Board Short Tan“ zeichnet sich jetzt, nach gut fünf Monaten, immer noch minimal ab!

surfen für anfänger, trockenübungen

Ein paar Trockenübungen, Tipps fürs Runterfallen bzw. Abspringen vom Board und ab geht’s mit dem Softboard unter dem Arm ins Meer. Mehrere Instructors kümmern sich im Wasser um die Surflinge. An meinem ersten Tag hatte ich Glück, dass nur meine Surf-Bekannte vom Abend zuvor und ich uns Unil als Instructor teilten. Selbst stark tättowiert, hatte ich durch mein Anker-Tattoo gleich mal einen Stein bei ihm im Brett (in Indonesien gibt es ein „Anker“-Bier…). Und dann kam sie: meine erste Welle, Unil brüllte „Up“ uuund: gestanden!!

So sollte es die nächsten 2 Stunden weitergehen. Immerhin mit einer sagenhaften Erfolgsquote von 85%! Und das als Älteste in der Truppe 😉 War wohl ein Naturtalent an mir verloren gegangen, wenn nur nicht dieser blöde Linksdrall drin gewesen wäre.. Nun ja, aller Anfang.

Nach so langer Zeit im Salzwasser machte sich in mir ein ungekannter Durst breit: sooo viel Wasser und nichts zu Trinken! Am Strand gönnte ich mir im Schatten erst einmal eine frische Kokosnuss dagegen. Mann, war die gut!

surfen für anfänger. lecker kokosnuss

Aus dem Wasser raus, stellte ich auch erstmal fest, dass meine Schienbeine ein paar Macken als Souvenir mitnehmen durfte. Nun ja, wo gehobelt wird…

Tag 2 – Mehr Wellen reiten

Nach ein paar gechillten Drinks am Vorabend in den hiesigen Bars, ging es morgens in alter Frische wieder los. Die Surf Instructors entschieden jeden Morgen vor Abfahrt gemäß der Windverhältnisse, an welchem der Strände mit, unserem Können entsprechenden, Wellen gerechnet werden konnte. Und obwohl sich in unmittelbarer Nähe des Hotels die Surf Breaks Batu Bolong, Echo Beach und Old Man’s befanden, fuhren wir wieder nach Kuta. Dort waren Platz und die entsprechenden Verhältnisse gegeben.

Ordentlich eincremen, kurze Trockenübung, noch einmal wiederholen, wie man im Falle des Falles vom Brett kommt und sich schützt, und weiter ging es. An Tag zwei machte sich bei mir schon ein leichter Muskelkater bemerkbar. Ist auch eine ganz andere Anstrengung als Roller fahren, schwimmen oder sich den Bauch mit super leckerem Nasi Campur vollzuschlagen 😉

Budha, unser Fahrer, der selbst nicht surft, mimte wieder den Fotografen. Da muss man dann auch noch fein Lächeln und mit der Inbrunst der Überzeugung „Yeeew!“ rufen, während man sich gerade auf die Welle konzentriert, herrjeh 😉 Es machte dennoch unheimlichen Spaß!

surfen für anfänger, posen

Mittags waren wir wieder am Hotel und machten erstmal ein Review der Fotos des Vormittags, Coordinator Benny gab „Haltungsnoten“ bei jedem einzelnen Surfer und viele praktische Tipps.

Nach der ersehnten Dusche schlemmte ich mich wieder durch eines der Warungs („Makan Dido“) in der Nähe. Einfach lecker! Übrigens findet ihr weiter unten ein paar Tipps zum Essen und Ausgehen in Canggu.

Abends machte ich mit meiner Surf-Bekannten noch einen Ausflug mit dem Roller: erst in der Rush Hour nach Seminyak (doofe Idee) und auf dem Rückweg zum Sonnenuntergang nach Tanah Lot (sehr gute Idee). Es war zwar unglaublich voll dort, aber wir schafften es gerade noch rechtzeitig für einen Sonnenuntergangs-Shot an einen der kleineren Tempel. Wirklich atemberaubend schön! Und wie auf Kommando schwärmten hunderte Fledermäuse zur Jagd aus in die untergehende Sonne…

bali, tanah lot

Was will man mehr?

Abends machten wir unser eigenes Ding, trafen uns aber später nochmal mit der jetzt viel größeren Truppe aus Surfanfängern und Fortgeschrittenen, um gebührend in den Sonntag hinein zu feiern…

Tag 3 – Von Langschläfern und Waschmaschinen

Der ein oder andere schnubbelte am Folgetag etwas länger im Bett herum, so auch mein Mitbewohner für diese Nacht, ein Neurochirurg aus Sydney. Leider waren er und seine Kollegen so spät dran, dass wir auch zu spät loskamen und bereits High Tide war, als wir den Strand erreichten. Ich hatte an diesem Tag einen anderen Instructor, der so von meinem Können überzeugt war, dass ich mit ihm und ein paar anderen weiter hinauspaddeln sollte. Leider machte mein Knie an diesem Tag etwas Mucken und statt vieler Wellen, erwischte(n) (m)ich eher viele Waschmaschinen. Das heißt: ich wurde ordentlich durchgeschleudert und war außerdem ständig dabei, unter den Wellen wegzutauchen. Super anstrengend!

Auch die Instructors hatten bald ein Einsehen und wir legten eine Pause ein, bis sich die Brandung wieder etwas gelegt hatte. Nach der Session an diesem Morgen, war ich ziemlich fertig und mein rechtes Knie machte mir etwas Sorge. Da es mein letzter Tag war, hatte ich jedoch kein großes Problem damit. Auch wenn es natürlich schöner gewesen wäre, mit einer guten Surfstunde zu enden.

Nach unserer Rückkehr machte ich auf eigene Faust noch einen kleinen Roller-Ausflug. Ich war bei der Post, trank leckeren Kaffee, buchte mir eine letzte Massage für den nächsten Morgen und ließ es mir gut gehen.

Eine kurze Stippvisite im „Mojosurf Dojo“, um ein T-Shirt, mein Souvenir abzuholen, und dann chillen an Pool und Strand. Den Abend ließ ich gemeinsam mit ein paar Leuten gemütlich ausklingen. Mein Backpack wollte leider auch noch gepackt werden…

Mein Fazit und Tipps für Canggu

Wenn man sich um nichts kümmern möchte, und auch nicht den halben Tag mit Surf-Lektionen im bzw. auf dem Wasser verbringen möchte, ist so ein Surf & Stay wirklich super! Von den Coordinators über die Instructors bis hin zu den Leuten, die die Gruppe ausmachten, waren alle sehr nett und hilfsbereit. Das Surfen für Anfänger hat für mich auf Bali einen guten Start gehabt. Mit Sicherheit werde ich es nochmal probieren: auf Bali oder an einer anderen schönen Ecke!

surfen für anfänger, changgu, bali

Canggu selbst ist ein netter kleiner Ort, mit vielen Möglichkeiten unterzukommen, aber auch lecker zu Essen und abends noch vor die Tür zu gehen. Ich persönlich habe immer versucht, mich verstärkt an lokale Warungs etc. zu halten, da mir dort das Essen einfach besser schmeckt, als in der westlichen Variante. Die Gerichte sind hier im Regelfall auch günstiger. Hier kommt eine kleine Auswahl der Lokale, die ich in den paar Tagen in Canggu besucht hatte.

Essen:

  • Warung „Makan Dido“ (Ganz am Anfang links der Jl. Munduk Catu, vor dem Shortcut) – Man geht hinein an den Counter, wählt eine Reissorte, sucht sich die Zutaten aus und bezahlt dann, je nachdem was man genommen hat.  Sehr leckeres Tempeh & Co, kann ich nur sagen und sehr frisch.
  • Warung „Sika“ () – Sehr authentisches Warung mit extrem leckerem Nasi Campur und yummy Saté-Spießen. Die Erdnusssoße hier ist der Hammer!
  • „Eden Café“ () – Aus Canggu heraus, in Richtung Jl. Raya Canggu, findet sich dieses nette Café in dem man leckeren Chai Latte und super leckeres Frühstück zu sich nehmen kann. Ich hatte einen Pancake mit Cashews, Banane und noch irgendwas plus frische Früchte: yum!
  • „Oka’s Bakery“ () – Auch hier lässt sich mit vielen glutenfreien und veganen Köstlichkeiten lecker Frühstücken oder Kaffee trinken. Alternativ nimmt man sich einfach etwas mit. Ich hatte das Glück, auf die Besitzerin Ibu Oka zu treffen, die mir gleich mal ein paar Kekse zum Probieren schenkte. Wirklich lecker und das Wi-Fi ist auch sehr stabil 😉

Ausgehen:

  • „Old Man’s“ (, ganz vorne am Strand) – Häufig Live-Musik, immer viel los, ein Haufen Australier und Neuseeländer (zumindest Ende September ;)) und ein paar Balinesen, vor allem die Surf Instructors tummeln sich hier auch. Partyvölkchen.
  • „Pretty Poison“() – Selbst dort gewesen, bin ich eigentlich nicht bzw. habe ich nur kurz reingeschaut, aber es machte einen wirklich entspannten Eindruck. Liegt wohl auch daran, dass sich im Innern dieser Bar ein Bowl zum Skaten befindet. So sitzt man gemütlich außen herum und schlürft Drinks, während die Skater ihre Tricks fahren.
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
Bali - Surfen für Anfänger, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

Noch kein Kommentar

Sei der erste Leser, der diesen Beitrag kommentiert!

Kommentare

Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar Custom avatar