Alleine auf Weltreise – traue ich mich das?

Hej, ich bin Yvonne, Studentin und Reisebloggerin auf Lovelyforliving-mag.com. Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Welt zu entdecken, neue Kulturen und Menschen kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Nach meinem Masterstudium Ende des Jahres, geht es auf große Reise um die Welt – größtenteils alleine.

Yvonne - Alleine auf Weltreise

Das alleine Reisen oder Solo reisen ist ein gängiger Trend. Viele machen es, weil sie die Herausforderung toll finden, sich selbst etwas beweisen wollen oder sich ‚Eat, Pray, Love‘-mäßig entschleunigen und selbst finden wollen. Andere wiederum, weil sie niemanden zum Mitreisen finden oder eben einfach mehr Spaß dabei haben, eben auch mal alleine zu reisen. Bei mir ist es wohl ein Mix aus Beidem: ich möchte nach dem Studium ein wenig runterkommen, mich der Herausforderung stellen und die Reise ganz unabhängig von jemand anderem machen.

ALLEINE LOSZIEHEN?

Obwohl ich bisher schon sehr viel um die Welt gereist bin, so richtig alleine war ich nie. Klar, mit 16 bin ich für ein Austauschjahr nach Neuseeland – aber da waren andere Schüler dabei und eine Organisation, die sich um alles kümmerte. Außerdem lebte ich in einer Gastfamilie und war so stets gut behütet und hatte einen Ansprechpartner in unangenehmen Situationen.

Nach dem Abitur zog ich mit einer Freundin los nach Australien, und flog danach nochmal sieben Wochen zurück nach Neuseeland. Doch auch in Australien war ich nicht alleine. Nicht nur, weil ich mit einer Freundin an meiner Seite reiste, sondern auch hier eine Organisation als Back-Up hatte. Nach Neuseeland flog meine Freundin zwar nicht mit, doch alleine war ich dort keinesfalls – schließlich besuchte ich Freunde. Genauso war es bei meinen zwei Auslandssemestern in Schweden. Von der Universität am Flughafen abgeholt zu werden, gleich Teil einer Buddygroup zu sein, die sich um Austauschstudenten kümmert und stets einen Ansprechpartner zu haben – so wirklich alleine reisen ist das auch nicht.

Das bisher einzige Mal, das ich wirklich alleine auf einer Reise war, war letztes Jahr in Lissabon in Portugal – für ganze vier Tage.

Alleine Reisen in Portugal

NUN GUT – UND WIE WAR DAS?

Diese vier Tage waren ein Einstieg zum alleine Reisen und vielleicht auch nur ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was mich im kommenden Jahr erwartet. Ich sag’s euch ganz ehrlich: die erste halbe Stunde, als alle abgereist waren und ich nichts mit mir anzufangen wusste, die fand ich wirklich richtig blöd.

Doch dann lernte ich den nettesten Australier Ben kennen. Wir verbrachten den Tag im Regen am Strand von Cascais und hatten so richtig viel Spaß. Wir verstanden uns so gut und so dauerte es keine zwei Stunden und ich war ganz ich selbst. Es gab keine dauerhaften Smalltalks über belanglose Dinge. Sondern wir redeten, als wäre er ein guter alter Freund. Auch den nächsten Tag verbrachten wir zusammen: beim Frühstücken wusste ich, zu wem ich mich setze, beim Abendessen hatte ich direkt jemanden, der mir Sicherheit gab. Und ich fühlte mich richtig wohl – mit dem alleine reisen.

Doch dann flog Ben am nächsten Morgen nach Island. Und ich war wieder allein.

SO, UND NUN?

Da ich ein offener und kommunikativer Mensch bin, lernte ich direkt neue Leute kennen und merkte, dass es nicht nur eine Herausforderung, sondern auch etwas besonderes ist, Menschen aus allen Ländern und allen Lebensbereichen kennenzulernen. Menschen, die man im „normalen“ Leben vielleicht nicht einfach so kennenlernen würde. Egal, welches Alter, welcher Beruf oder welcher Humor. Auch, wenn man nicht mit allen gleich eine Bindung findet oder auf einer Wellenlänge schwimmt. Auf Reisen sind wir alle gleich, suchen neue Bekanntschaften oder Freundschaften und man merkt, auf wie wenig es eigentlich ankommt. Denn Alter ist hier nur eine Zahl. Neben meiner besten Freundin und mir saß diesen April beim Abendessen im Hostel in Lissabon ein Mitt-Fünfziger, der auf seiner Durchreise zum Jakobsweg war. Und wir hatten ein total nettes und interessantes Gespräch – was wir so wahrscheinlich nie gehabt hätten. 

ALLEINE AUF WELTREISE – HABE ICH ANGST?

Doch was geben mir all diese Erfahrungen für meine kommende Weltreise alleine? Natürlich, ich habe trotzdem Angst und großen Respekt vor der kommenden Zeit. Auch wenn ich mutig bin und weiß, dass ich alleine klar komme. Natürlich habe ich Angst, denn ich weiß tatsächlich nicht, ob ich für’s alleine reisen gemacht bin. Ich teile gerne Erinnerungen, gemeinsame Momente und hab manchmal einfach gerne jemanden da, der mich umarmt, wenn ich den vierzigsten Mückenstich habe.

Doch wirklich Angst habe ich eher davor, mich in einer großen Gruppe einsam zu fühlen. Zu wissen, dass einen keiner richtig kennt – außer die knappen Eckdaten deines Lebenslaufs. Angst vor dem ständigen weiterziehen, wenn man sich gerade mit jemandem gut verstanden hat – dann ist man schnell wieder weg, so wie Ben. Das Leid der Backpacker. Jeden Abend muss man seinen Lebenslauf wieder neu runter rattern – und entweder man versteht sich, oder eben nicht.

Alleine Reisen in Island

WORAUF ICH MICH FREUE?

Eben genau darauf! Meine eigenen Grenzen zu überschreiten, aus meiner Komfortzone rauszugehen und auszutesten, ob es nicht genau mein Ding sein könnte. Denn ohne es zu probieren, wird man das nie herausfinden! Noch dazu wird es mir wirklich leicht gemacht: zum Start in Neuseeland kommt meine Mama mit, erst danach bin ich eine Woche alleine in Neuseeland, bis ich in Australien erneut Freunde besuche und Freiwilligenarbeit an der Westküste mache. Sprich, ich kann mich ganz langsam an das alleine reisen herantasten, ohne gleich ins kalte Wasser springen zu müssen. Doch auch auf das kalte Wasser danach freue ich mich. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt. 

Jetzt heißt es nur noch, den Abschluss in der Tasche zu haben und die letzten Vorbereitungen für die Reise zu treffen. Seid live dabei und kommt mit auf mein Abenteuer um die Welt!

Ich werde bei STA Travel noch weiter über meine Weltreise Vorbereitung berichten und bis dahin könnt ihr hier meine Vorbereitungen, Vorfreude und die Reise mit erleben:

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